Filmkritik: Schilf

Schilf, Filmkritik, Parallelwelten, Multiversum, ARTEDer Film “Schilf” ist ein deutscher Spielfilm, in dem der Wissenschaftler Sebastian zu beweisen versucht, dass parallele Realitäten tatsächlich existieren. Während seiner Arbeit wird sein Sohn entführt, welchen er nur dann zurückerhält, wenn er im Gegenzug einen Menschen tötet. Aus Liebe zu seinem Kind tötet er einen fremden Mann. Drei Tage später muss er erfahren, dass sein Sohn überhaupt nicht entführt wurde, doch der Mord existierte noch immer. Kurz darauf nimmt die Polizei die Spur auf und Sebastian wird verdächtigt. Dies alles zerrüttet seine Ehe und er verliert immer mehr die Orientierung, denn er kann nicht mehr mit Sicherheit bestimmen, in welcher Realität er sich befindet. Plötzlich taucht ein Mann namens Schilf auf, der das ganze Chaos noch verstärkt.

Die Theorie über die Existenz sehr ähnlicher paralleler Realitäten neben der unsrigen ist in Deutschland bisher noch nicht so verbreitet, wie beispielsweise in den USA, obwohl diese Theorie mittlerweile durchaus als bewiesen gilt. Daher bietet es sich an, daraus einen Krimi zu gestalten, bei der die Wirrungen im Durchschweifen mehrfacher Realitäten durchaus für sehr komplexe Motive und Alibis sorgen kann. Auch die Figur mit der Bezeichnung “Zeitmaschinen-Mörder”, jemand der behauptete, er könne Menschen in der Gegenwart töten, weil er sie ja lebendig in der Zukunft angetroffen hatte, war sehr gut gewählt, jedoch leider viel zu wenig ausgebaut worden. Dieser hätte durchaus mit der Story mehr verquickt werden können. Ansonsten wirkt der Film etwas langatmig, obwohl er nicht einmal 90 Minuten Spielzeit erreichte. Daher muss man sich nicht fragen, ob der Film zu lang gewesen ist oder einfach nur nicht komplex genug ausgebaut. Auch wird der Zuschauer zum Ende mit einem filmischen coitus interruptus beglückt und frech in den Seilen hängengelassen. Trotz dieser Kritik endlich ein Versuch, die Mehrwelt-Theorie auch im deutschsprachigen Raum bekanntzumachen und verdient allein deswegen Anerkennung.

Fazit: 6 von 10 Sternen. Sehr unterhaltsam, aber nicht allzu transzendierend.

Regie: Claudia Lehmann – Drehbuch: Claudia Lehmann, Leonie Terfort
Mit: Mark Waschke, Stipe Erceg, Bernadette Heerwagen
Genre: Thriller, 85 min., ab 12 Jahre
Land: Deutschland 2011
Ähnliche Filme: Die Tür / Time Crimes

Link zum kompletten Film (nur gültig bis 7.5.)

Kommender Fernsehtermin: Samstag am 17.05. um 1:50 Uhr

 

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