Filmkritik: Jupiter Ascending

Jupiter Ascending FilmkritikJupiter Jones (Mila Kunis) arbeitet als Putzfrau für reiche Leute und muss regelmäßig das Klo schrubben. Sie hasst ihr Leben und das sagt sie sich jeden Morgen, wenn der Wecker immer und immer wieder klingelt. Doch eines Tages geschieht etwas Seltsames. Auf ihrem Handy entdeckt sie ein Foto, auf dem man sieht, dass ihre Freundin von Außerirdischen attackiert wird. Sie kann sich jedoch nicht an dieses Ereignis erinnern, zumal sie zum fraglichen Zeitpunkt bei ihr gewesen war. Kurz darauf wird sie von einem Mann mit spitzen Ohren entführt, der ihr erklärt, dass sie eine besondere Genetik besitzt bzw. die Reinkarnation einer Königin ist, die das Anrecht darauf hat, den Planeten Erde innerhalb eines gigantischen, kosmisch-industriellen Netzwerk für sich zu beanspruchen. Es existieren jedoch Widersacher, die das nicht gerade begrüßen und versuchen sie um ihr Erbe zu bringen…

Die Wachowski-Geschwister (s. “Matrix” und “Cloud Atlas”) haben hier einen fantastischen Weltraum-Epos geschaffen, der bereits allein von der Kulisse und Stil an “Dune – der Wüstenplanet” erinnert und anhand neuer Ideen gekonnt mit unserer gegenwärtigen Alltagswelt eng verwoben wird. Die Regisseure erklären, dass der Planet Erde tatsächlich Teil eines riesigen industriellen Netzwerkes innerhalb des Kosmos darstellt und technologisch höher-entwickelte Außerirdische den blauen Planeten regelmäßig ausbeuten und abernten. Somit geht es bei den Wachowskis wieder einmal um Sklaverei, Freiheit, das Leben in einer illusionären Realität, Spiritualität und das Erwachen Einzelner im vertrauten Illusionsgefüge des Alltags.

Der theoretisch-inhaltliche Plot basiert auf spirituellen Erkenntnissen und Wissen über das Universum und seine industrialisierten Abläufe, jedoch Personen und Handlungen sind frei erfunden und schaffen mit der ausgiebigen Tricktechnik, dem Geballer, ausgefallenem Modedesign mit Speed und gelungen-ergreifenden Bildern eine regelrechte Weltraum-Oper mit reichlich Hollywood-Action. Genetische Verjüngung und allzu extreme Genmanipulation zur Erhaltung der Jugend sind erstrebsame Ziele einiger außerirdischer Rassen, die sich geistig auf gleichem Niveau wie der Mensch befinden, aber durch ihre extrem technologische Raffinessen die Menschheit in ihren Erinnerungen und Wahrnehmungen beliebig manipulieren können, sodass sie in ihren Illusionen nicht gestört werden müssen. So können selbst Gefechte auf der Erde, die Häuser und Kirchen beschädigen, derart schnell wiederhergestellt werden, dass kein Mensch in seinem gewohnten Alltag auch nur etwas davon mitbekommen könnte.

Die Wachowskis versuchen wieder einmal tiefergründige Botschaften an die Zuschauer zu entsenden und ließen sich dieses Unternehmen mehr als 175 Millionen Dollar kosten. Subtil verweben sie konspirative Themen mit dem aufkommenden Trend einer neuen Sci-Fi-Welle. In “Cloud Atlas” erstellten sie die den Science-Fiction-Teil einer genetisch-ausgerichteten Zukunft der Erde und führen diese Realitätsschöpfung in “Jupiter Ascending” weiter. Genau genommen stellen all ihre Filme eine einzige, große, spirituelle Botschaft dar, die gleichzeitig den Mensch über seine Herkunft und Stellung sowohl im lokalen als auch im universalen Gefüge zu erklären versucht.

Als alleinstehende Kritik sei zu vermerken, dass das Schauspieler-Casting nicht immer als gelungen bezeichnet werden kann und die Rollen zuweilen etwas schwach und blass wirken. Man wird mit den dargestellten Hauptdarstellern nur schwer warm und fragt sich, ob andere nicht besser in diese Rollen gepasst hätten. Auch das abgehobene Gerede der Weltenherrscher wirkt antiquiert und schafft eher Abstand zur Handlung des Films. Selbst in 3D nicht unbedingt der große Augenschmaus und vielleicht ist es hierbei mal besser, auf dieses Feature zu verzichten. Ansonsten ein gelungenes Meisterwerk und einen Besuch allemal wert.

Fazit: 9 von 10 Sternen. Absolut sehenswerte Sci-Fi-Oper mit Aufruf zum Erwachen.

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Regie/Drehbuch: Andy Wachowski, Lana Wachowski
Mit: Channing Tatum, Mila Kunis, Sean Bean
Genre: Science-Fiction (Non-Fiction)
Land: USA 2015, 127 min.
Ähnliche Filme: Dune – der Wüstenplanet, Cloud Atlas

Trailer

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2 Antworten für “Filmkritik: Jupiter Ascending”

  1. Louis sagt:

    Gestern in 2D gesehen. Leider ist dieses komplizierte Geflecht an Beziehungen und Intrigen viel zu komprimiert meiner Meinung nach, dieses epische Universum rund um die Erde hätte einen längeren Film und längere Expositionen der Figuren verdient. Mila Kunis hat für mich zu lasch gespielt. Ich bin kein Fan von ihr. Aber das wird sicher nicht jedem so ergehen.

    Das alles soll auch nicht heissen, dass der Film schlecht wäre. Es handelt sich hierbei um eine grandiose Space-Opera wenn man so will, ich hätte einfach gerne viel mehr gesehen. Das ging mir in den zwei Stunden alles viel zu schnell. Sowas in zwei Stunden zu packen fand ich ein Fehler. Viele Informationen und Eindrücke muss man hier non stop verarbeiten. Wer aufmerksam folgt wird aber mit einer epischen Geschichte belohnt.

    Trotz der Kritikpunkte möchte ich jeden diesen Film ans Herz legen, meine Ansprüche sind da exorbital groß bei sowas. Also, nix wie ins Kino! Der Film profitiert sicher von der 3D Version, gerade bei diesen großartigen Welten und Bilder voller Schichten. Ausstattung und Set-Design sind da absolut ein Traum. Ehe ich ausschweife, eine klare Empfehlung von mir!

  2. Jonathan Jonathan sagt:

    Hallo Louis,
    danke für Deinen Kommentar.
    Da bin ich ganz Deiner Meinung zu dem Film. :-)
    Liebe Grüße, Jonathan

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