Traumnacht: Die interdimensionale Kugel

Ich befand mich in einer Art Fabrikhalle oder Hangar. Sie war sehr groß und nur mit einer gerade ausreichenden Beleuchtung ausgestattet. Gerade wurde ich von Militärpersonal durch die Halle in ein daran angebautes Gebäude geführt. In dem schlauchförmigen Gebäude erblickte ich eine seltsame, recht groß angelegte Apparatur! Links befand sich eine sehr große silberne Kugel, die auf einer gleichfarbigen Schiene stand. Weiter rechts erblickte ich eine Art halbrundes Tor, durch das ich hindurch schauen und die Wand dahinter erkennen konnte. Es vermittelte leicht den Eindruck einer Flipperkugel, die auf ihrer Abschussbahn lag und darauf wartete, abgefeuert zu werden.

Neben mir entdeckte ich plötzlich Esther, die wie aus dem Nichts aufgetaucht war. Sie schien mich begleiten zu wollen.

“Steigen sie bitte ein!”, forderte uns einer der Soldaten auf.

Er trug eine klassische grüne Uniform mit einem Barrett und wies mit einem Kopfnicken auf die Kugel, dessen Tür sich gerade nach oben hin öffnete.

Wir stiegen ein. Innen wirkte es fast wie in einem 10 qm Apartment. Vorn gab es eine Art rechteckiges Fenster, durch das man die Bahn entlang zu dem Tor schauen konnte. Die Tür war nun rechts von mir.

Gehirnkicker-frequenzen-meditation-binaurale-beats

“Bitte schließen Sie die Tür…”

Vor dem Fenster erblickte ich Armaturen und zwei Stühle, auf die man sich setzen konnte. Die Stühle waren auf dem Boden festgemacht und besaßen ein rundes Bein. Ein wenig kam ich mir nun vor wie in dem Film “Contact” mit Jodie Foster.

So suchte ich auf den Armaturen herum, bis ich endlich einen Knopf entdecken konnte, der für die Tür gedacht war. Die Tür schloss sich mit einem Surren. Sie rastete deutlich hörbar ein und die Kugel war jetzt geschlossen. Das Licht wurde automatisch heruntergedimmt und ich hörte nun ein sehr lautes Summen, das exponentiell zunahm. Die komplette Kugel schien zu vibrieren und sich zu drehen. Sie drehte sich immer schneller und schneller, aber ohne, dass sich im Innenraum irgendetwas bewegt oder verändert hätte. Selbst das Fenster gewährte mir immer noch Ausblick auf die silberne Bahnführung.

Das Summen wurde nun so laut vernehmbar, dass einem schon richtig mulmig in der Magengrube wurde. Plötzlich setzte sich die Kugel in Bewegung. Sie raste auf der Bahn los, ebenso wie eine Flipperkugel, und schoss auf dieses Tor am Ende der Bahn zu! Seltsamerweise war die Strecke zu diesem Tor vielleicht nicht länger als 10 Meter und bei dieser gefühlten Geschwindigkeit hätte die Reise spätestens nach 2 Sekunden vorbei sein müssen, aber dem war nicht so. Die Geschwindigkeit nahm extrem zu und es fühlte sich so an, als wären wir nun mit 300 km/h unterwegs! Die Kugel raste auf dieses Tor zu, obwohl der Abstand zu diesem keineswegs abnahm. Nun erblickte ich, dass sich dieses Tor verfärbte. Es wurde silbrig weiß und in der Mitte entstand ein braunfarbiges Loch. Es wirkte ein wenig, als wäre dies eine Art Tunnel, der sich im Inneren dieses Tors zu formen schien. Alles um uns herum vibrierte und das Tor und die Bahn verschwammen leicht. Ein gleißendes Licht umrahmte nun das Tor und die ganze Umgebung wirkte mit einem Mal wie eine flirrende Fata Morgana. Ich hatte den eindeutigen Verdacht, dass hier eine Art Tor geöffnet wurde und dass es so viel Energie freisetzte, dass es die gesamte Umgebung beeinflusste.

Es war wirklich schwer einzuschätzen, wie viel Zeit vergangen war, aber es waren vielleicht 30-60 Sekunden, bis die Kugel sich endlich dem Tor näherte und von ihm aufgesogen wurde…

Ich muss sagen, das Summen, die Vibrationen und die gewisse Unschärfe, die innerhalb und außerhalb der Kugel entstanden war, war langsam auch unerträglich geworden. Es war, als würde gleich alles explodieren und mir um die Ohren fliegen. Doch als sich die Kugel in Bewegung gesetzt hatte und durch dieses Tor gerollt war, kehrte Stille ein! Für wenige Momente wurde es stockdunkel um uns herum, nur um kurz darauf wieder gewohntes Tageslicht wahrzunehmen.

“Attention! Please retract the flag”, hörte ich plötzlich aus einem unsichtbaren Lautsprecher.

Ich soll die Fahne einfahren? Was konnte damit gemeint sein? Schnell suchte ich auf den Armaturen herum, aber ich konnte keinen Knopf entdecken, der auf eine Fahne hinwies. Landeklappen und Fahrwerk einfahren musste man bei der Kugel nicht, also was könnte diese Flagge nur sein?

“Please retract the flag and open the door!”

Dies klang schon nicht mehr nach einer netten Aufforderung, die Flagge  einzufahren und die Tür zu öffnen, sondern nach einem recht ungeduldigen, militanten Herrn mit einer Priese Humorlosigkeit… Es war mir nun gleichgültig! Ich öffnete die Tür der Kugel. Sie klappte nach oben auf und ich trat ins Freie.

“Sorry, I couldn’t find the flag…”, rief ich dem ersten Soldaten achselzuckend entgegen, der mich mit fragendem Blick anschaute. “This is my first time,” fügte ich hinzu, um deutlich zu machen, dass dies meine erste Reise mit der Kugel sei.

Kurz darauf tauschte er ein paar Worte mit weiteren Soldaten aus, die in der Nähe standen. Sie erwähnten irgendwas auf Englisch und meinten, ich sei ein Neuer und es schien in Ordnung zu sein, dass ich die Flagge nicht eingefahren hatte.

“Please, follow me”, meinte einer der Soldaten und ich ging ihm hinterher.

Ich wunderte mich, warum die hier alle in amerikanisch zu sprechen schienen. Offensichtlich handelte es sich hier um US-Militär. Die Uniformen passten sehr gut zu meiner Vermutung.

Jetzt begann ich mich erst einmal richtig umzuschauen. Die Kugel stand immer noch auf der Rollbahn, nur, dass das Tor mittlerweile hinter der Kugel stand. Meiner ersten Einschätzung zufolge, waren wir mit der Kugel durch eine Art Wurmloch gereist, das durch die Rotation der Kugel und diesem Tor aktiviert wurde und daraufhin genutzt werden konnte. Somit war ich gerade eben durch ein echtes Wurmloch gereist!

Langsam wurde ich präluzid in diesem Zustand, denn ich erkannte, dass ich nicht nur durch ein Wurmloch gereist war, sondern mich mittlerweile in einer anderen Welt befinden musste. Handelte es sich hier um US-Militär, die eine Art Sternentor entwickelt oder entdeckt hatten, mit dem man durch Wurmlöcher reisen konnte? Erlebte ich vielleicht sogar gerade eine gemeinsame Traumerfahrung mit dem geheimen Stützpunkt des US-Militärs, das sich ihres Traumes im Moment nicht bewusst war? In dieser Hinsicht war ich ihnen im Moment nun eindeutig im Vorteil. Kein Wunder, dass ich nicht wusste, was es mit der Flagge auf sich hatte! Ich gehörte nicht zum Personal. Oder ich gehörte zum Personal, aber ich hatte mich an einen fremden Soldaten angedockt, um seine Erlebnisse mit mir zu teilen… Es schien mir jedenfalls so, als hätte ich mich zuvor in den Hangar geschlichen und mich in den Transport-Prozess eingemogelt und da die Soldaten träumten, bemerkten sie den Unterschied überhaupt nicht! Sie dachten im Halbschlaf, dass ich ebenfalls ein Soldat wäre. Welch eine fantastische Möglichkeit der Spionage! Man wartet einfach, bis alle schlafen und träumen, dann mogelt man sich unbemerkt unter sie und konnte an ihren Geheimnissen teilhaben!

Während mir der Soldat eilig vorauslief, schlenderte ich langsam hinterher und schaute mich um. Ich lief über eine normale Wiese. Sie sah nicht viel anders aus als solche, die es auf unserem Planeten gab, aber kurze Zeit später entdeckte ich ein paar Pflanzen, die wirklich völlig anders aussahen! Sie wuchsen wie Rhabarber, aber besaßen drei oder vier große, braun-grüne Blätter, die mit denen einer Eiche zu vergleichen waren. Sie waren nur zwanzig mal so groß wie ein Eichenblatt und der Stil der Pflanze war nicht länger als 50-75 cm. Eins stand jedenfalls fest: Solch eine Pflanze hatte ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen!

Jetzt hielt ich weiter Ausschau nach anderen Unstimmigkeiten oder Elementen, die mit Sicherheit nicht irdischer Herkunft waren. Ich entdeckte tatsächlich weitere seltsame Pflanzen, von denen ich nicht eine irgendwie wiedererkannt hätte. Eins war nun ganz deutlich geworden,  dies war eine fremde Welt!

Während ich über die unbekannte Flora staunte, gelangte ich nun auf einen Gehweg. Er bestand aus grauem Schotter, ähnlich wie er in manchen Parks vorzufinden ist. Also schlenderte ich mit großer Aufmerksamkeit diesen Weg entlang und entdeckte im nächsten Moment Unfassbares! Rechts von mir erblickte ich ein kleines Gehege, nicht größer als 30 m³, in denen zwei Tiere standen. Sie waren nicht höher als 50 cm, besaßen große Schlappohren und einen langen Rüssel. Ein wenig erinnerten sie mich an Elefanten, nur dass sie so klein waren!

Der Anblick, so unbedeutend es sich hier nachlesen lässt, war für mich faszinierend. Sie wiegten mit dem Kopf hin und her und schauten mich an. Ihre Augen waren nicht sonderlich groß, aber hätte ich ihnen einen Namen geben sollen, dann hätte ich sie mit Sicherheit Ottifanten genannt.

Als ich mich von den drolligen Wesen losreißen konnte, ging ich weiter den Gehweg entlang und musste nun mit Erstaunen feststellen, dass ich mich hier in einer Art Zoo befand! Dieser Zoo war in jedem Fall eine Sammlung von außerirdischen Tieren, die es auf der Erde nicht gab. Fremde Pflanzen und unbekannte Tiere wurden hier zur Schau gestellt.

“Hey, here!”, rief der Soldat nach mir und er verschwand in ein Gebäude. Ich ging langsam in seine Richtung und war gespannt, was noch kommen würde…

Wenige Sekunden später erwachte ich unvermittelt in meinem Bett. Das war ein sehr schöner und interessanter Traum gewesen. Damit er sich nicht wieder meiner Erinnerung entzog, wandte ich die Schlüsseltechnik an, damit ich ihn in jedem Fall erinnern würde am Morgen.

Ich denke, dass es nur zwei Möglichkeiten gab, die hier in dem Traum von mir praktiziert worden waren. Entweder hatte ich mich geistig an das Bewusstsein eines Soldaten des US-Militärs angedockt oder ich hatte mich in ihre Träume eingeschlichen, um an ihren Geheimnissen teilhaben zu können. Doch unter dem Strich kommt dabei das gleiche Ergebnis zutage, denn es war mir gelungen, einige ihrer Geheimnisse zu entdecken. Wenn dies zutrifft, dann kann eindeutig davon ausgegangen werden, dass sie über irgendeine wurmlochgenerierende Apparatur verfügen, die den Sprung in eine andere Welt ermöglicht.

Share:

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.