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Traumnacht: Der schwarze Mann kommt…

Traumnacht Nachtträume

Ich befand mich plötzlich in einem erweiterten Bewusstseinszustand. Es schien mir ganz so, als wäre ich gleichzeitig Beobachter und Teilnehmer einer bestimmten Situation. Ich saß mit einer Freundin an einem Tisch. Wir unterhielten uns über unsere spirituelle Entwicklung und es gab immer wieder etwas Lustiges zu berichten. Wir sprachen auch davon, dass jeder Mensch einen Coach hat, einen Guide oder Lehrer, der einen immer wieder in den Träumen ausbildet. Dann berichtete ich ihr von meinen grausigen Begegnungen mit dem schwarzen Mann, die immer wieder stattgefunden hatten. Es handelte sich dabei stets um einen drei-dimensionalen Schatten, der mich schon in meiner Kindheit rücksichtslos gejagt hatte. Während ich zu erzählen begann, schoss mein Bewusstsein aus meinem Körper hinaus und versetzte sich augenblicklich in den Moment, von dem ich gerade berichtete. Es war so, als ob ich das vergangene Erlebnis noch einmal durchlebte:

Die Kindheit und der Schwarze Mann

Plötzlich lag ich in meinem Bett. Ich war ein Kind und hatte Angst. Es war dunkel und ich spürte deutlich, wie sich jemand unangekündigt in mein Kinderzimmer gebeamt hatte. Ich traute mich kaum, meine Augen zu öffnen. Wenn ich sie jetzt öffnete, so dachte ich, könnte ich eine furchterregende Fratze dicht vor meinem Gesicht sehen oder böse Dämonen hingen an der Decke und warteten nur darauf, dass ich sie erkenne und sie daraufhin auf mich hinunterstürzten… Wenn ich sie erst einmal sehe, dann sind sie echt! schoss es mir durch den Kopf. Dann werden sie stärker und real. Und wenn sie erst einmal real sind, dann bin ich geliefert! Also hielt ich ganz fest meine Augen geschlossen, wagte kaum zu atmen oder mich zu bewegen. Vielleicht würde diese fremde Energie gleich wieder mein Zimmer verlassen und verschwinden.

So lag ich nun dort und wartete… Irgendwann öffnete ich die Augen und schaute im Zimmer herum… Da! Dort konnte ich ihn ganz deutlich sehen! Ein schwarzer Schatten. Nicht nur ein zwei-dimensionaler Schatten, wie wir ihn kennen, wenn eine Lichtquelle in der Nähe ist, sondern ein richtriger, kompakter, drei-dimensionaler Schatten, berührbar und eine machtvolle, ja böse Ausstrahlung. Eine Berührung durch diesen Schatten kann vielleicht schon den Tod bedeuten! Und er hat nun wahrgenommen, dass ich ihn sehen kann… Er drehte sich nun zu mir um… es war der schwarze Mann! Das war mir nun klar.

Ich wollte schreien! Jemand um Hilfe rufen, aber ich konnte mich nicht mehr bewegen. Alles, was ich noch bewegen konnte, waren meine Augen. Mein Körper war wie gelähmt, unfähig, sich zu bewegen. Und nun sah ich zu meinem Erschrecken, dass er auf mich zukam. Er kam zu meinem Bett und blickte zu mir herunter. Dann setzte er sich auf meine Bettkante und streckte seine Hand aus… Jetzt war es um mich geschehen!

Szenenwechsel.

Ich befand mich in einer ähnlichen Situation, aber ein anderes Setting. Dort war ich dieses Mal bereits in einem Traum und stand in einem mir unbekannten Zimmer. In der fremden Umgebung versuchte ich mich zu orientieren und zu überlegen, wo ich mich überhaupt befand. Doch viel Zeit blieb mir nicht zum Nachdenken, denn ich spürte schon wieder die Anwesenheit des schwarzen Mannes! Ich rannte los! Durch das Zimmer und suchte ein Versteck. Gleich wird er da sein und mich packen! Sollte ich mich unter dem Bett verstecken? Nein, das war zu naheliegend. Oder hinter dem Vorhang? Nein, das war zu auffällig. Am besten unter dem Tisch im Wohnzimmer. Sicherlich würde der schwarze Mann erst einmal direkt ins Schlafzimmer gehen und mich dort suchen und somit direkt am Wohnzimmertisch vorbeilaufen. Ich kroch unter den Tisch, rückte die Tischdecke schön zurecht und hielt meinen Atem an. Dann spürte ich ganz deutlich, wie er ins Wohnzimmer kam Ich hoffte, dass er einfach an mir vorbeigehe und ich dann durch die Haustür nach draußen fliehen konnte. Plötzlich hob er die Tischdecke an und schaute unter den Tisch! Panikerfüllt wachte ich in meinem Bett auf. Was ein Glück! Es war nur ein Traum gewesen. Ich richtete mich auf und ging zum Kühlschrank, um mir etwas zum Trinken zu holen. Mittlerweile hatte ich sogar einen Spitznamen für den schwarzen Mann gefunden: ‘Seventy-Seconds’. So nannte ich ihn, weil er es immer wieder schaffte, mich innerhalb von siebzig Sekunden ausfindig zu machen, egal, wo oder wie gut ich mich versteckte.Manchmal konnte ich ihn aber auch ‘Seven-Seconds’ nennen.

Kindheitsträume und der Schwarze Mann

Kaum hatte ich den Kühlschrank geöffnet und nach einem Saft greifen wollen, beschlich mich ein komisches Gefühl… ein Gefühl der Bedrohung… es schien, als wäre der schwarze Mann schon wieder da. Tatsächlich. Ich spürte, wie er auf meine Wohnung zukam. Ich schlug die Kühlschranktür zu und überlegte wieder fieberhaft, welches Versteck ich diesmal wählen sollte. Unter dem Tisch? Nein, das hatten wir schon. Im Kühlschrank? Zu kalt! Unter der Bettdecke? Nein, da hätte er dann wirklich leichtes Spiel… Während ich noch weiter so unentschlossen überlegte, spürte ich, wie er bereits vor meiner Wohnzimmertür stand… Dann drückte er die Türklinke langsam herunter… Er war wieder da! Daran gab es keinen Zweifel…

Doch kam mir das alles nicht bekannt vor? War ich nicht gerade schon in einem Traum und glaubte, er sei Wirklichkeit gewesen? War ich nicht gerade aus einem Traum aufgewacht, in dem der schwarze Mann mich erfolgreich gepackt hatte? Jetzt reicht es mir! Ich habe jetzt genug von der Herumjagerei! Dieses Mal werde ich mich dem schwarzen Mann entgegenstellen und wenn ich nun dafür sterben musste. Diese Jagd war kein Zustand.

Die Wohnzimmertür öffnete sich… Entschlossen wandte ich mich dem schwarzen Mann zu. Sollte er doch kommen! Die Tür stand nun weit offen und der schwarze Schatten kam zielsicher auf mich zu… Ich blieb standhaft und nahm mir vor, ihm direkt ins Gesicht zu schauen! Dann blieb er kurz vor mir stehen und kam ganz nah mit seinem Kopf an meinen heran. Ich sah nun unmittelbar vor mir eine wabernde, dunkle Masse, gefüllt mit Sternchen und purer Schwärze. Doch dann lüftete sich plötzlich der Schleier. Die Schwärze verschwand und ich schaute in das Gesicht einer rothaarigen Frau mit vielen Sommersprossen. Sie grinste mich freundlich an. Ich grinste zurück und dann erwachte ich in meinem Bett.

Dieses Mal war ich wirklich erwacht. Der schwarze Mann war also meine Lehrerin gewesen, die mich auf der anderen Seite stets in den Träumen ausbildete. Ich hatte sie seit meiner Kindheit immer wieder als schwarzen Schatten getarnt… wieso auch immer. Ich dankte ihr aus tiefstem Herzen für diese Erinnerungen und natürlich für diesen wunderbaren Albtraum.

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