Aus dem Traumarchiv: Sex im Klartraum

“Aus dem Traumarchiv” ist immer ein Traum oder ein bewusstseinserweiterndes Erlebnis, das ich vor vielen Jahren erlebt und einen bleibenden Eindruck in mir hinterlassen hatte. Aus dem Grund gedenke ich ihnen hiermit noch einmal, so geraten diese interessanten Träume nicht in Vergessenheit und die Leser können auch an meinen Erfolgen zu jener Zeit nachträglich teilhaben.

Sonntag, 7. März 1998

Wie schon des Öfteren, würde ich mir vor einem Spiegel stehend meiner Situation bewusst. Ich erinnerte mich sofort daran, dass auch mein allererster luzider Traum dadurch begann, indem ich mich in einem Badezimmer wiederfand und in einen Spiegel schaute. Ein solcher ist ja auch ein gutes Symbol für die Selbsterkenntnis. Als ich mir dann meiner selbst bewusst wurde, war es, als ob man mir einen Schleier von den Augen fortriss. Alles wurde glasklar und überdeutlich, als wäre ich ganz normal in meinem Badezimmer. Doch in diesem Fall war es nicht meins. So verließ ich den Raum und ging auf den Flur und dann in ein Wohnzimmer. Hier fand ich mehrere Leute vor, die sich unterhielten und mich erst gar nicht bemerkten. Eine Welle der sexuellen Erregung überkam mich ganz unvermittelt, dass ich ihr nicht widerstehen konnte. So manches Mal war ich in vergleichbare Situationen gekommen, aber manchmal konnte es auch so stark werden, dass eine Gegenwehr fast unmöglich war. Emotionen können im Traum stärker sein als im Filter des Alltags.

Auf der Couch saß eine sehr hübsche Frau, die allein die anderen beobachtete. Sie schauten mich an und ich gestaltete die Szene, in der ich mich gerade befand, kurzerhand um. In Windeseile wurde aus der Couch ein Bett mit Himmelszelt, vielen Kissen, Stofftüchern und schummrigem Licht. Die Frau lag nun in hübschen Dessous einladend darauf. Die anderen Personen lösten sich in Luft auf und das Licht wurde angenehm dunkel. Schnell lag ich dann neben ihr im Bett und wir küssten uns. Männer(klar)träume wurden wahr…

Die sexuelle Energie ist eng mit dem Träumen verknüpft und kann sogar als Motivation genutzt werden, um in einem Traum luzide zu werden. In einem Klartraum kann man seinen Wünschen nachkommen und am direkten Leib erfahren. Schnell ist der Traumpartner, den man sich im Geiste vorstellt, eine alte unerreichte Liebe oder ein Schauspieler oder Musiker schnell herbeigezaubert und man kann einen wunderschönen Abend miteinander verbringen. Ich habe von Klarträumern bzw. Oneironauten die verrücktesten sexuellen Tätigkeiten gehört, wie sie in ihren Träumen die entsprechenden Situationen erschufen. Manche Träumer toben sich also richtig in ihren nächtlichen Erlebnissen aus, ohne, dass jemand dabei zu Schaden kommt. Die aufgestaute sexuelle Energie, die im Alltagsleben kein Ventil gefunden hat, kann in den Träumen ausgelebt oder auch sehr gut genutzt werden, um die Luzidität überhaupt erst zu erreichen. Das Ego lässt sich so sehr gut motivieren, da eigentlich fast jeder Mensch sexuelle Wünsche besitzt, die unerfüllt sind. In einem Traum kann dergleichen ausgelebt werden und belastet manche auch nicht mehr im Alltag.

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In einem luziden Traum bin ich einmal in einem Hotel gewesen. Überall waren Menschen und es standen dort viele Porzellanvasen und Krüge herum, die eine Wand war verspiegelt und der Boden aus feinem, weißen Marmor. Ich erschuf einen Ball und einige Spieler, damit wir dort Fußball spielen konnten. Dabei ging das halbe Mobiliar zu Bruch. Es klirrte und schepperte und es machte einen Heidenspaß.

Nachdem das ganze Foyer nahezu in Scherben lag und es aussah, wie auf einem Schlachtfeld, ging ich langsam Richtung Ausgang, um zu sehen, was mir draußen noch begegnen würde. Als ich noch einmal zurückblickte, war das ganze Foyer wieder fein säuberlich aufgeräumt, als sei nichts geschehen. Was war passiert?

Ich hatte mir damals viele Gedanken darüber gemacht, warum das Foyer zum Ende des Fußballspiels wieder völlig aufgeräumt gewesen war. Auch in einigen anderen Träumen konnte ich manchmal das gleiche Verhalten beobachten. Es gibt viele luzide Träume, in denen es aber auch vorkommen kann, dass man nur wenig Einfluss auf die Gegenstände besitzt oder Schwierigkeiten auftauchen können, die aus dem Alltag bekannt sind. Folglich sind viele Variationen erfahrbar.

Jede Traumrealität ist eine alternative Realität, in der ein Teilselbst des wahren und vereinten Selbstes lebt. Folglich befand ich mich in dem Hotel ebenso in einer alternativen Realität. Wie konnte es jedoch sein, dass ich gleichzeitig das Mobiliar zerlegen konnte und im Anschluss es wieder intakt war? Jede existente alternative Realität besteht aus einer physischen und einer ätherischen Schicht. In einem luziden Traum kann man, bei günstigen Bedingungen, von der physischen Schicht auf die ätherische umschalten, d.h. es wird eine temporäre Kopie der Realität und der Personen hergestellt, die man für seine Zwecke beliebig benutzen kann.

In einem Traum ist das Bewusstsein des Träumers an das des alternativen Selbstes angedockt, in dessen Realität man sich gerade befindet. Für dieses dort existente Selbst ist diese Realität die physische Umgebung und die Realität des Träumers die alternative Version seiner Welt. Dies darf man nicht vergessen. Wir möchten ja auch nicht, dass jedes x-beliebige alternative Selbst in unseren Alltag kommt, sich an unser Bewusstsein andockt und unsere Wohnung in tausend Stücke zerlegt, weil es gerade Lust darauf hat. Aus dem Grund gibt es eine Art Sicherheitsvorkehrung, nämlich die ätherische Ebene. Sie kopiert die alternative Realität 1:1 und diese kann man beliebig verwandeln, benutzen und umgestalten.

In einem anderen Traum fokussierte ich die alternative Realität sehr stark und verblieb damit strikt in der des alternativen Selbstes, an das ich gerade angedockt war. Als ich mich in seine Realität einmischen wollte, wurde ich abgekoppelt und stand nun unsichtbar neben dem alternativen Selbst. Dies geschah, weil meine Einmischung nicht geduldet wurde, da es den freien Willen des alternativen Selbstes beeinflusst hätte. Aus diesem Grund wird auf die ätherische Ebene gewechselt, damit für den luziden Träumer, bei Bedarf, eine Art Spielplatz vorhanden ist.

Nun lag ich dort also mit der hübschen Frau auf dem wunderschönen und gemütlichen Bett und wir ließen es uns gut gehen. Als ich dann konzentriert in ihr  Gesicht blickte, verwandelte sie sich in einen alten Schwarm, den ich in jüngeren Jahren immer wieder für ihr Aussehen und ihre interessante Ausstrahlung bewundert hatte, aber für mich unerreichbar blieb.

Heutzutage kann es auch mal vorkommen, dass mich eine sexuelle Welle überkommt, aber mit der Zeit habe ich ebenso gelernt, diese zu kontrollieren, wie auch, dass ich mich in einem luziden Traum zurückhalten kann, damit ich nicht auf die ätherische Ebene wechsele. Persönlich denke ich, dass man eine andere alternative Realität nur dann naturgetreu erforschen und erleben kann, wenn man gleichzeitig luzide aber passiv ist. Dies verlängert auch die Traumerfahrung um ein Vielfaches.

Der Sinn dieser Vorgehensweise ist es auch, Spion zu spielen, um viele interessante oder auch notwendigen Informationen aus den umliegenden alternativen Realitäten zu erhalten. Dies gewährleistet eine bessere Einschätzung unterbewussten Materials und welche dieser Realitäten welchen Einfluss auf unser persönliches Alltagsleben besitzt. Die einstige Ganzheit des Selbst wurde aufgeteilt, sie ist auseinandergedriftet und es liegt an jedem selbst, sich der versprengten Teile wieder bewusst zu werden und sie wieder zusammenzuführen. Das ist die höchste Kunst des luziden Träumens. Natürlich kann man auch immer wieder gern seinen Spaß haben und sich Frauen- und Männerträume erfüllen.

Ein Selbst kann nur manipuliert werden, wenn es sich seiner anderen Teile nicht bewusst ist.

 

6 Kommentare zu “Aus dem Traumarchiv: Sex im Klartraum

  1. Vielen Dank Jona für all Deine erklärenden Einträge.
    Sie helfen mir weiter, um vieles besser zu verstehen.
    Super! :-)

  2. Vielen Dank Jonathan für deine Erklärungen ;)
    Beschäftige mich selbst damit und sah dieses plötzliche Verlangen immer als Problem, da es mich direkt aus dem Traum herauskatapultierte und ich wach wurde :D
    Da bei mir dieses Verlangen fast immer da ist, wenn ich luzide bin, ärgerte es mich, weil es sehr schwierig ist dagegen anzukämpfen :D aber eigentlich wollte ich ja meine Traumrealität erforschen und nicht immer wieder… naja aufwachen :D
    Deine Erklärungen halfen mir aber das Problem zur Lösung zu machen und ich werde es gleich heute ausprobieren ;) vielen dank!!

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