Aus dem Traumarchiv: Die silberne Tür

“Aus dem Traumarchiv” ist immer ein Traum, den ich vor vielen vielen Jahren hatte. So geraten diese interessanten Träume nicht in Vergessenheit und die Leser können auch an meinen Erfolgen zu jener Zeit teilhaben.

Sonntag, 11. April 1999, 4.00-5.45 Uhr und 7.00-10.30 Uhr

Ich hatte bis nach 3 Uhr Besuch und bin dann gegen 4 uhr ins Bett gegangen. Mir war völlig schwindelig gewesen und torkelte regelrecht ins Bad, um mich für das Bett fertig zu machen. Als ich dann im Bett lag und mich entspannte, stieg in mir eine andere Persönlichkeit hoch. Sie wirkte uralt und kurz davor zu sterben. Es schien wie ein Sprung in die entfernte Zukunft, in der ich als alter Mann im Bett liegen werde und auf den Tod warte. Genau diesem Zustand entsprach dieses Gefühl. Während ich versuchte, diese andere Realität näher zu erspüren, in der ich dieser alte sterbende Mann war, erblickte ich links von mir ein größeres, weißes Gebilde. Es war amorph und ich konnte nicht wirklich sagen, um was es sich handelte. Rechts von mir nahm ich kurz schwimmende “Fische” auf dem Boden wahr. Sie huschten über den Teppich. Einer fiel sogar lautlos von der Decke herunter zum Boden und schloss sich den anderen an.

Plötzlich verlor ich mein Bewusstsein. Ich war wirklich für einige Zeit bewusstlos gewesen. Vermutlich hatte ich mich zu sehr auf diesen alten Mann konzentriert. Doch hatte ich keinen Blackout, sondern raste plötzlich durch unzählige Welten! Die meisten von ihnen waren “leer”, d.h. dort gab es nur Pflanzen und Bäume, aber keine Tiere oder Menschen. Die Welten, durch die ich mit unglaublicher Geschwindigkeit raste, konnte ich kaum vernünftig registrieren, um mir Einzelheiten zu merken. Plötzlich hielt ich in einer Realität an. In dieser saß ich auf einem Stuhl vor einer silbernen Tür, die zu den Seiten geöffnet werden konnte. Sie war jedoch verschlossen und ich saß ca. einen halben Meter davor und starrte sie unentwegt an. Ich weiß noch, dass ich mich sehr wunderte, warum sich jemand auf einen Stuhl und sich so nah vor eine derartige futuristisch aussehende Tür setzt!?

Während ich mich wunderte, vernahm ich plötzlich einen lauten Gesang! Jemand sang ganz in meiner Nähe! Ich wunderte mich, wer dort so schön sang. Es war ein Lied, dessen Rhythmus und Worte mich völlig einlullten, sehr beruhigten und innerlich bewegte. Es klang irgendwie sehr tief, aber auch schön, auch wenn es keine Musik dazu gab. Ich musste sogar etwas an Star Trek denken, wenn die Klingonen ihre Lieder anstimmten. Doch ganz so tief war es sicherlich nicht. Also konzentrierte ich mich nicht mehr auf diese silberne Tür, sondern auf das Lied. Ich konnte nun einzelne Worte verstehen: “Ha san su shi ko”. Dies war das Erste, was ich vernahm. Dann hörte ich auch etwas wie “Hai san sha”, sehr scharf und spitz ausgesprochen und das “sha” am Schluss sehr tief und langgezogen. Es klang irgendwie völlig befremdlich, verrückt, bizarr, etwas japanisch würde ich fast sagen. Doch da mein Japanisch etwas eingerostet ist, konnte ich mir absolut nicht vorstellen, was diese Worte zu bedeuten hatte. Es klang fast wie ein Schlaflied…

Dann erwachte ich langsam wieder in meinem Bett und musste äußerst überrascht entdecken, dass ich es war, der die ganze Zeit gesungen hatte! Offensichtlich hatte mein Körper ohne meine Anwesenheit einfach angefangen in einer fremden Sprache zu singen. Ich erinnerte mich, dass ich mal erzählt bekommen hatte, von einer Person, die bei mir übernachtet hatte, dass ich nachts neben dem Bett stand und flüssig Französisch gesprochen hätte, aber das in der Schule nie gewählt hatte.

Für einen Moment beschlich mich das Gefühl, dass mein Körper mich zu wecken versucht hatte, um mich aus dieser Realität, in der ich vor dieser Tür saß, zurückzuholen und vermutlich war ihm nichts Besseres eingefallen, als in einer anderen Sprache lauthals zu singen!

Wollte mein Körper mich wirklich aus dieser Realität herausholen? Hatte er befürchtet, dass ich vielleicht dort bleiben würde, weil ich so neugierig wurde? Wollte vielleicht mein Körper verhindern, das ich irgendetwas erkenne oder erinnere, wofür ich zu dieser Zeit noch nicht reif gewesen wäre? Mit Sicherheit konnte ich es damals nicht sagen.

Ich konnte plötzlich ganz deutlich spüren, dass ich einst ein Reisender war, der durch das Kosmos reiste und aus irgendwelchen unbekannten Gründen hier auf Erden Halt machte, Jonathan beobachtete und sich irgendwann mit ihm identifizierte und hier blieb. So fühlte ich, dass die Vergangenheit, an die ich mich erinnere, diesem Jonathan gehört, aber nicht mir. Ich bin jemand anders und ich kam aus einer anderen Welt…

Ich dachte noch lange über das Lied nach und versuchte es zusammenzusetzen. Das Folgende kam dabei heraus:

Tha Pa’ Sa ha ‘ID…
Ha san – Su shi koh
Tha’ Pa’…
Hai san shaa

Vielleicht werde ich mal irgendwann einen Song dazu erstellen. Mal schauen.

 

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3 Kommentare zu “Aus dem Traumarchiv: Die silberne Tür

  1. Hallo Jonathan!
    Habs probiert – wenn man die zweite Zeile deines Liedes markiert und googelt, dann kommt man auf Zen- Websiten, wo auch tief gesungen wird…

    Liebe Grüsse von janianna

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