Filmkritik Serie: Westworld

Westworld Serie Filmkritik

Storyline: Der futuristische Themen- und Freizeitpark namens „Westworld“ bietet den Menschen ein schier unglaubliches Vergnügen, denn sie können den Wilden Westen noch einmal neu erleben. Der Park ist nämlich mit menschenähnlichen Robotern ausgestattet, die man gewissenlos umballern und gelegentlich auch sexuell benutzen kann. Nachdem die Roboter erschossen, erdolcht, erhängt oder zu Tode vergewaltigt wurden, werden sie wieder schön hergerichtet und ihre Erinnerungen daran gelöscht, damit sie in der nächsten Runde wieder frohen Mutes weiterspielen können. Doch eines Tages erinnern sich die ältesten der Roboterdamen, Dolores (Evan Rachel Wood) und Maeve (Thandie Newton) wie in einem Flash an ihre vorherigen Tode und beginnen sich zu wundern…

Seit dem 2. Februar 2017 ist die neue Serie „Westworld“ im deutschsprachigen Raum zu sehen und man kann unverblümt sagen, dass es sich hierbei um eine der tiefgründigsten und spirituellsten Serien handelt, die bislang überhaupt ausgestrahlt wurden. Die Idee zu der Serie basiert auf das Original aus dem Jahre 1973 von Michael Crichton, doch ging dieser Film bei weitem nicht so sehr in die Tiefe und hatte keineswegs derart spirituelle Querverbindungen aufgezeigt, wie in der Serie nun aufzufinden sind.

Die Idee zu der Serie stammte von Jonathan Nolan. Hierbei handelt es sich um den Bruder von Christopher Nolan, dem man Filme wie „Interstellar„, „Inception“ und „Memento“ zu verdanken hat und erkennt hierbei deutlich, wie kreativ und gelungen sein Bruder in dessen Fußstapfen trifft und sich durchaus zum Thema bewusstseinserweiternder Drehbücher und Storylines auskennt.

Bereits seit Jahrzehnten fragen Filmemacher, wie moralisch darf man sich einem künstlichen Menschen gegenüber verhalten? Diese Frage stellte man sich nicht nur in „Die Matrix„, in denen die Roboter die Menschheit besiegte und aus Vergeltung zu Batterien umfunktionierte, sondern auch in Westworld. Die Gäste des Parks nehmen jedenfalls ungern Rücksicht, denn ein bewusstloses und dummes Roboterwesen kann man wie mit einem beliebigen Gegenstand umgehen, ohne sich jemals dafür einen Vorwurf machen zu müssen. Somit die optimale Behandlungsprozedur für diese neue Spezies. Doch wie ähnlich ist die Gegenüberstellung von Schöpfer und seinen Schöpfungen, zeigt tabulos diese Serie und lässt in sanfter aber zunehmender Qual die Erkenntnis rücksichtslos im Bewusstsein aufblitzen.

Die Serie ist in jedem Fall eine Parabel für den nahezu bewusstlosen Menschen, der seit Jahrtausenden versucht, sich zum Schöpfer aufzuschwingen und gottgleich Welten oder zumindest sich selbst zu erobern, aber an seiner eigenen Begrenztheit scheitert.

Auch Walt Disney scheint von dieser Serie begeistert und hat gleich ein Patent auf menschenähnliche Roboter eingereicht, die sich in Freizeitparks aufhalten und mit Menschen interagieren können.

Fazit: 9,5 Sterne. Unbedingt sehenswert.

Die Serie ist als Blueray oder DvD noch nicht erhältlich!

Der Originalfilm von 1973 ist hier erhältlich!

Regisseur: Jonathan Nolan, J. J. Abrams
Drehbuch: Jonathan Nolan
Mit: Evan Rachel Wood, Anthony Hopkins
Land: USA 2017, 10 Episoden
Genre: Science-Fiction-Drama
FSK: ab 16 Jahre
Ähnliche Filme: Westworld, Truman Show

Trailer: Youtube

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2 Antworten für “Filmkritik Serie: Westworld”

  1. Tanja Tanja sagt:

    Ich habe die Serie auch gesehen. Seit „True Blood“ bin ich Fan von Evan Rachel Wood, die in der Serie die Vampirkönigin gespielt hat … Sie ist intelligent. Ebenso äußerte sie sich einmal sehr mutig zu einem tragischen Erlebnis in ihrem Leben: Sie wurde vergewaltigt.
    Über die Schauspielerin kam ich also auch zu der Serie „West World“, die ich mir ansonsten nicht angesehen hätte, weil ich das Original mit Yul Brunner kenne und mir davon keinen Aufguss ansehen wollte … (Das letzte Negativ-Erlebnis hierzu, die Ben-Hur-Neuverfilmung, wollte ich mit West-World nicht wiederholen.)
    Dennoch: Die Serie ist – nach Hr. Dilas‘ Rezension – natürlich gelungen und, in seinem Kontext betrachtet, wertvoll. Für mich war sie „intensiv“. Die Szenen, in welchen sich die Roboter ihrer selbst bewusst werden und mit ihren Erschaffern sprechen, gingen unter die Haut. Mehr noch: Ich empfand ab und zu einen „komischen Thrill“, eine Art Gänsehaut spritueller Natur …
    Obwohl die Optik besticht, die Handlung interessant ist, ist der Spannungsbogen leider flach. Auch fehlt neben Evan Rachel Wood ein passendes männliches Pendant; ihr „Held“ ist mir persönlich zu blass. Trotzdem ist die Serie absolut sehensewert.

  2. Hallo Tanja,
    danke für Deinen Kommentar.
    Da hast Du vollkommen Recht, denn oftmals macht die Neuverfilmung das Original ein wenig kaputt. Doch bei dieser Serie ist der Gegenteil der Fall. Sie hat wirklich Tiefe und ist eine hervorragende Anleitung zur Bewusstseinserweiterung.
    Das männliche Pendant zur Heldin ist wirklich ausgesprochen blass gehalten, in der Serie wirkt eindeutig Frauenpower. ;-)
    Liebe Grüße, Jonathan

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