Filmkritik: Ghost in the Shell mit Scarlett Johansson

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In nicht allzu ferner Zukunft wird Technologie dazu benutzt, um menschliche Eigenschaften zu verbessern. In dieser Zeit wird Mira (Scarlett Johansson) in einen ominösen Bootsunfall verwickelt, bei der ihr ganzer Körper zerstört wird. Ihr Gehirn kann jedoch gerettet werden und wird erstmalig in einen Androidenkörper verfrachtet. Nach gelungener Operation wird sie als die Elite-Polizistin Major Mira Killian eingesetzt.

Dieser Film basiert auf der japanischen Anime-Verfilmung gleichen Namens und beschreibt die Perle, die sich in einer Muschel befindet als Analogie zum Gehirn, das in eine Schale aus Metall gesteckt wird, um weiterhin wie ein Mensch handeln und arbeiten zu können. Scarlett Johansson ist aufgrund ihrer gedrungenen Gestalt vielleicht eine gute Wahl für einen sich leicht hölzern bewegenden Androiden gewesen, um die maschinelle Seite ein wenig hervorzuheben. Ihre Action-Rolle erinnert sehr an jene aus dem hervorragenden Film „Lucy„, in dem sie ebenfalls die Hauptrolle gespielt hatte….

Der Wunsch vieler Fans dieses Animes hat die Produzenten dazu inspiriert, eine Realverfilmung anzulegen und ist kürzlich in den Kinos erschienen. Doch die meisten Fans waren nicht einverstanden mit der Wahl von Scarlett Johansson, weil es sich hierbei nicht um eine Japanerin handelte, die für die Hauptrolle ausgewählt wurde. Noch heute werden deswegen Webseiten von politisch engagierten Hackern gehackt, die mit der Filmproduktion im Zusammenhang stehen. Persönlich hätte ich auch viel lieber eine Asiatin in dieser Rolle gesehen, allein schon aufgrund der Vorlage und aus Respekt vor der japanischen Originalversion, dennoch kann man sagen, dass Johansson diese recht gut gemeistert hat. Sie zeigte, dass sie die weiche Seite ihrer weiblichen Selbst sehr gut herausarbeiten konnte, während sie gleichzeitig eine eiskalte Killerin darstellte. Die metallische Schale um ihr Gehirn bringt dies symbolisch noch einmal gut zum Vorschein, harte Schale und weicher Kern ist hierbei eine treffende Bezeichnung.

Die Wissenschaftlerin Dr. Quélet äußerte im Finale des Filmes: „Wir klammern uns an Erinnerungen, als ob sie uns definieren. Aber was uns ausmacht, ist das, was wir tun“ und erinnert hierbei stark an den Film „Total Recall“ mit Arnold Schwarzenegger, in dem der Rebellenführer Kuato nämlich einen stark vergleichbaren Satz äußerte. Solche kleinen Querverbindungen sind mehrfach in der Anime-Realverfilmung zu finden und erinnern an kleine Gedenksteine großer Sci-Fi-Actionfilme.

Auch die Musik ist gut ausgewählt worden mit Kenji Kawais Werken, auch wenn ich Yoko Kanno mit ihren klassischen Soundtrack „Inner Universe“ aus dem Anime sehr vermisst habe.

Die Frage ist, ab wann ist ein Mensch kein Mensch mehr? Wie viel Mensch muss man sein, um nicht mehr als Roboter zu gelten? Major Mira jedenfalls muss sich diese Frage immer wieder stellen, denn viel ist nicht von ihrem vermeintlichen Unfall zurückgeblieben und arbeitet fortan als untertänige Soldatin in einem korrupten System, das sie zuvor als junge Rebellin energisch bekämpft hatte.

Trotz allem wird der Film in den asiatischen Kinos sicherlich  nicht so anschlagen, wie in den westlichen, weil die Hauptrolle nicht einer Japanerin zukam und der Produzent vereitelte damit selbst seinen großen Erfolg. Zudem wurde vom Produzenten auch nicht bedacht, dass „Ghost in the Shell“ bereits als Anime von je her über einen weltpolitischen Inhalt verfügte und die Auswahl der Protagonistin deswegen Diskrepanzen aufwerfen könne.

Fazit: 6 Sterne. Interessant.
Regisseur: Rupert Sanders
Drehbuch: Shirow Masamune
Mit: Scarlett Johansson, Pilou Asbæk, Takeshi Kitano
Land: USA 2017, 147 min.
Genre: Action-Sci-Fi
FSK: ab 16 Jahre
Ähnliche Filme: Ghost in the Shell Anime
Trailer: Youtube
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Ein Kommentar für “Filmkritik: Ghost in the Shell mit Scarlett Johansson”

  1. Max sagt:

    Ich muss sagen, dass ich den Film auch als interessant betiteln würde. Total fasziniert hat er mich nämlich auch nicht.
    Vielen Dank für die Filmkritik! :) LG

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