Deine Erinnerungen sind eingespeist…

Alternative Realitäten Gedächtnismanipulation ErinnerungsmanipulationIn der Schlafforschung wird gesagt, dass wir jede Nacht träumen und Erfahrungen machen, nur meistens am Morgen alles wieder vergessen haben. Vivian, eine Freundin von mir, und ich überlegten uns in diesem Zusammenhang, dass es vielleicht ein gutes Forschungsprojekt wäre, wenn wir die Beschaffenheit der Träume näher analysieren und uns ganz gezielt darauf vorbereiten würden, Hintergrundinformationen über das Träumen zu sammeln. So hatten wir den Plan gefasst, dass wir uns abwechselnd schlafen legen wollten. Einer wollte wach bleiben und den anderen intuitiv wecken, sobald dieser eingeschlafen war. Dann sollte er ihn bitten, sofort die erlebte Traumerfahrung zu schildern…

Vivian sollte beginnen. Sie legte sich ins Bett und ich platzierte mich in der Nähe. Anfangs fiel es ihr nicht leicht, zu schlafen, wenn der andere daneben saß und wachte, aber nach einigen Versuchen funktionierte es ganz gut.

Nachdem Vivian eingeschlafen war, wartete ich einige Minuten und weckte sie. Sie war mürrisch und wollte weiterschlafen, aber ich blieb hartnäckig. Als sie wieder einigermaßen erwacht war, erklärte sie, dass sie mir am liebsten eine gehauen hätte, als ich sie weckte. Doch jetzt, nachdem sie sich wieder einigermaßen an unser Vorhaben erinnerte, wollte sie weitermachen. Aus den ganzen Aufzeichnungen während dieses Experiments, möchte ich nur die wirklich relevanten Auszüge bringen, die für unsere letztendliche Erkenntnis verantwortlich waren.

„Aufwachen, Vivian! Was hast du geträumt?“, rief ich und schüttelte sie ein wenig an der Schulter.

„Och, nein, nicht schon wieder.“

„Was ist denn?“

„Das gibt es einfach nicht! Ich war so sicher…“, antwortete sie kryptisch. „Ich bin so flüssig in den Traum gerutscht, dass ich es schon wieder nicht bemerkt habe, eingeschlafen zu sein. Das gibt es einfach nicht! Ich komme mir vor wie eine alte Oma, die sich nicht erinnern kann, was sie grad eben noch gedacht und sich vorgenommen hatte. Das darf doch wohl nicht wahr sein! Ich war völlig sicher, noch wach zu sein. Es war so, als hätte ich nahtlos gewechselt.“

Es folgten noch einige Versuche mit den gleichen Ergebnissen. Vivian meinte, dass sie an einem bestimmten Punkt den Traum vom Alltag nicht mehr unterscheiden konnte. Es schien ihr, dass unsere Erziehung vielleicht dazu beigetragen hat, die Realitäten so fein voneinander zu trennen, sodass wir uns in den Alltag viel stärker eingebettet hatten und unsere Träume ignorieren.

In ihrem Fall wurde deutlich, dass kein Mensch in jeder Nacht bemerkt, dass er in den Traumzustand gleitet, was die Vermutung aufkommen lässt, dass man eigentlich nicht einschläft, sondern einfach nur in einen anderen Zustand gerät, den man im Nachhinein erst als das klassische Träumen bezeichnet. Man verliert sich sodann in aufkommenden Traumsequenzen, die man nicht hinterfragen kann, da der Wechsel vom Wachen zum Träumen einfach nicht auffällt. Genau wie man seine Erinnerungen an die eigene Alltagsrealität mit in den Traum nehmen kann, so funktioniert es auch umgekehrt.

Ihre Wahrnehmungen mögen als Träume oder erfundene Wahrnehmungssequenzen erscheinen, sind aber nur deshalb so definiert, weil die Wahrnehmung des Träumers für gewöhnlich unklar und unzusammenhängend ist. Wären diese Wahrnehmungen ebenso klar und kontinuierlich im Ablauf wie das Alltagsgeschehen, so würde man nicht mehr von Träumen, sondern von alternativen Realitäten oder wahrscheinlichen bzw. alternativen Ereignissen sprechen.

Vivian führte ein Traumtagebuch, in das sie ihre interessanten Erlebnisse hineinschrieb. Ihre eigenen Notizen in Bezug auf die Traumwache betrafen auch ihre Rolle als Mutter eines sechsjährigen Kindes:

„Wir machten Traum-Wache (so nannten wir unser Vorgehen, bei dem einer träumte und einer wachte) bei mir zu Hause. Ich schlief ein, bekam aber nicht mit, wie ich im Übergang sofort in eine Handlung verstrickt wurde. Ich hörte ein Geräusch aus dem Kinderzimmer und ging hin, um nachzusehen. Mein Sohn wälzte sich im Schlaf im Bett und rief immer wieder so, wie dieser Speedy Gonzales aus dem Kinderfilm. Ich empfand es erst als sehr lustig und wollte auch schon Jonathan rufen, damit er sich das ansieht. Dann überlegte ich mir, ihn hochzunehmen und auf die Toilette zu bringen. Er wurde aber auch auf meinem Arm nicht wach, strampelte hin und her und rief dabei weiter. Jetzt begann ich mir Sorgen zu machen. Ich versuchte ihn immer wieder zu wecken, ohne Erfolg, und so langsam wurde mir das alles sehr unangenehm. Im Bad setzte ich ihn auf die Toilette und sah, dass er nun Schaum vor den Mund bekam. Meine Sorgen verstärkten sich sehr und ich wurde gleichzeitig wütend und schimpfte ihn aus. Dann mischte sich auch noch ein schlechtes Gewissen hinzu, und all die Gefühle verstärkten sich.

„Was ist los?“, hörte ich plötzlich Jonathan fragen, als er mich weckte.

Kurze Zeit später kam mein Sohn tatsächlich im Halbschlaf zu mir ins Zimmer. Er war gar nicht richtig wach, war quengelig und unzufrieden, bzw. ich hatte das Gefühl, dass er sauer auf mich war. Ich brachte ihn ins Bett zurück, dabei strampelte er auf meinem Arm wie in diesem Traum.“

Es ist selten, dass man etwas träumt, das sich im Alltag plötzlich wirklich ereignen kann, aber es kommt vor. In den Traum-Wachen hatten sie und ich aber nicht den Schwerpunkt darauf gelegt, mithilfe präkognitiver bzw. hellseherischer Träume unsere Zukunft zu erfahren, uns lag vielmehr etwas daran, die Vorgänge zu begreifen, die mit dem Träumen allgemein in Verbindung stehen. Warum Träume für den Menschen notwendig sind und inwiefern sie wirklich eine Verbindung zum Alltag besitzen, ohne gleich ausschließlich der Verarbeitung irgendwelcher Erfahrungen zu dienen.

Es ist nicht nur das eigene Selbst, das, aus einer höheren Perspektive betrachtet, ebenfalls nur in einer alternativen Realität existiert, sondern auch Freunde, die in diesen anderen koexistierenden Realitäten völlig anders sein können, in denen ich u.a. auch immer wieder Vivian antraf, nur dass sie woanders wohnte oder eben einen anderen Job ausübte usw. Auch aus dem Grund habe ich diese Träume als alternative Realitäten bezeichnet, da sie eben die typischen Charakteristika solcher aufweisen. Dort leben Kopien unserer selbst, wenn man sie so bezeichnen möchte, und diese gehen alternativen Möglichkeiten nach, d.h. andere Jobs, andere Liebhaber, andere Wohnorte, Situationen und Ereignisse.

Dabei denke ich beispielsweise an eine meiner alternativen Realitäten, die ich manchmal in meinen Träumen besuche,  in denen ich in Dortmund lebe und dort zur Untermiete bei einer alten Frau in einem Haus wohne. Jeden Morgen fahre ich mit dem Zug zur Arbeit. Im Laufe dieses dortigen Lebens lernte ich eine hübsche, kurzhaarige blonde Frau kennen, mit der ich dann eine feste Beziehung einging.

Ich könnte an dieser Stelle über viele weitere Ereignisse aus dieser Traumrealität schreiben, doch mit der Zeit sammelten wir nicht nur einfach Informationen aus den anderen Traumrealitäten, sondern kamen mit der Zeit auf eine ganz andere Spur. Diese veranlasste uns dazu, den Schwerpunkt der bloßen Informationssammlung zu verlegen.

Ein Beispiel ist auch die folgende Traumerfahrung, die ich in der Zeit erlebte, als wir versuchten, die Träume bis zu ihrer Quelle zurückzuverfolgen und ihnen ihr Geheimnis zu entlocken:

„Ich saß mit einigen Freunden in einem Zimmer und wir unterhielten uns, während ein Musiksender Videoclips zeigte. Es war mein Geburtstag und ich hatte allesamt zu einem Gläschen Wein eingeladen. Ich befand mich in einem Sessel, auf dessen rechter Lehne eine Frau saß, die ich aufgrund ihrer Ausstrahlung und ihres Aussehens stets sehr anziehend fand. Sie hielt in der rechten Hand die Weinflasche und in ihrer linken ein Glas. Plötzlich rutschte sie von der Sessellehne auf meinen Schoß. Ich half ihr wieder auf die Sessellehne zurück. Sie kicherte, hatte mittlerweile das Glas abgestellt und trank nun einen Schluck direkt aus der Flasche. Ich wunderte mich sehr, denn ich konnte gar nicht glauben, dass sie so viel Alkohol trank, auch war es irgendwie gar nicht ihre Art, sich derart zu zeigen. In meiner gewohnten Alltagsrealität trank diese Frau überhaupt keinen Alkohol und machte stets einen zurückhaltenden, fast schüchternen Eindruck. In dieser alternativen Realität jedoch war sie wie ausgewechselt.“

Vivian war ebenfalls mit dieser Frau bekannt und hatte einen ähnlichen Traum von ihr, anscheinend aus der gleichen, alternativen Realität, in der sie nicht das brave, wohl erzogene Mädchen mimte:

„Ich kam mit dem Bus am Bahnhof an und wollte in die Halle. Davor saß plötzlich eine Freundin mit einigen Leuten auf dem Boden und sie rauchten einen Joint. Ich konnte es gar nicht glauben, dass sie so was machte. Ich sprach sie drauf an, aber sie lachte nur und meinte, das mache sie doch immer.“

Solche Träume kommen in der Erinnerung bei vielen Menschen vor, wie ich immer wieder durch die Berichte anderer Menschen hören durfte. Sie stellten Hinweise auf einen alternativen Lebensverlauf mit anderen Interessen, Charakteren und Freunden einer Person dar. Dies verhielt sich in unserem Fall ebenso. Im Rückblick auf diese Fragestellung, die mir zum Zeitpunkt der Experimente mit der Traum-Wache noch nicht so deutlich war, kann ich nun sagen, dass die unterschiedlichen Charakteristika einer einzelnen Persönlichkeit in einer einzelnen Traumrealität existieren, ebenso wie in unserer Realität nur eine Persönlichkeit mit ihren dazugehörigen Charakteristika existieren kann.

Die Traum-Wache war also für uns eine Art Tor zu diesen Realitäten, die dem Alltag ähnelten. Hält man solche Wahrnehmungen für Halluzinationen oder einen Gehirnspuk und legt jegliche Forschung daran zu den Akten, dann macht man es sich in der Tat sehr einfach. So war uns beiden allein durch die Menge an Informationen aus vieler solcher Erfahrungen immer deutlicher geworden, dass sich dahinter viel Größeres verbarg.

Während der Informationssammlung innerhalb der Traum-Wachen tauchte dann plötzlich ein Ereignis auf, das uns misstrauisch werden ließ. Die Spur war aufgenommen, als wir derart mit dem Alltag eng verbundene Träume erlebten, die kaum von der normalen Alltagsrealität zu unterscheiden waren, d.h. gleicher Ort, gleiche Situation und gleiche Personenanwesenheit. Innerhalb dieser eng verbundenen Träume entdeckten wir, dass diese unser Gedächtnis direkt und in einer unglaublichen Geschwindigkeit zu beeinflussen scheinen:

„Vivian! Aufwachen!“

„Was? Was soll das?“, stammelte sie zuerst.

„Was hast du geträumt?“, fragte ich sofort nach.

„Ach so! Ja, Moment… ich bin ja schon wieder eingenickt. Ich war felsenfest der Überzeugung, ich sei gerade aufgestanden. Ich saß hier auf der Bettkante und habe mir meine Schuhe angezogen. Danach wollte ich gehen. Du hast dann gefragt, was ich denn nun vorhabe und ich antwortete, dass ich jetzt nach Hause muss. Ich wunderte mich dann, weil ich meinen Rucksack neben deinem Schrank stehen sah, denn ich erinnerte mich daran, dass ich gar keinen mitgenommen hatte! Doch eine Sekunde später fiel mir plötzlich ein, dass ich ihn ja doch mitgenommen hatte…“

Sie richtete sich ein wenig auf und schaute zum Schrank hinüber.

„Ja, das meine ich doch, dass ich dieses Mal tatsächlich keinen mitgenommen habe“, fuhr sie fort. „In dem Traum jedenfalls war ich dann aber sicher, einen mitgenommen zu haben und ich habe die ganze Szenerie nicht mehr hinterfragt.“

Danach wollte sie es noch einmal versuchen und drehte sich wieder auf die Seite. Nach einigen Minuten weckte ich sie erneut.

„Und, was hast du geträumt?“

„Nicht schon wieder! Alles war so wie hier! Ich lag in dem Bett, da war der Schrank und dort der Tisch… Ich befand mich sogar in der gleichen Schlafposition, als ich aufwachte, und dann wieder dasselbe Spiel. Der Rucksack stand dort und ich wunderte mich, weil ich ja gar keinen mitgenommen hatte. Im selben Augenblick schoss mir die Erinnerung ins Bewusstsein, dass ich doch einen mitgenommen hatte. Ich hatte richtig Bilder im Kopf, in denen ich mich zu Hause in der Küche stehen sah und den Rucksack ergriff und mitnahm. Nach dieser Erinnerung war natürlich alles geklärt und ich hinterfragte die Ereignisse nicht mehr. Ich hatte meinen Rucksack dabei. Und wetten, ich habe gar keinen mitgenommen?“

„Ja, richtig. Du hast heute keinen mitgebracht“, antwortete ich.

„Es kommt mir echt spanisch vor, denn wenn ich mir die kurzen Traumsequenzen noch einmal durch den Kopf gehen lasse, dann gewinnt man doch den Eindruck, dass die Existenz des Rucksacks automatisch gerechtfertigt wurde.“

Zweimal die gleiche Erfahrung mit dem gleichen Effekt: Die Verwunderung wurde durch eine rationale Erklärung, sprich Rechtfertigung, und eine offensichtlich plötzlich ins Gedächtnis einfließende vorangegangene Erinnerung aufgelöst. Die Verwunderung jedoch ist notwendig, um sich seines Zustandes bewusst werden zu können. Wer sich nicht wundert, hinterfragt auch nicht, und wer nicht hinterfragt, erkennt auch nicht, dass die Realität gewechselt wurde.

Solcherlei Erfahrungen tauchten immer wieder bei unseren Traumerinnerungen auf und dabei wurde deutlich, dass nach Betreten einer alternativen Realität der persönliche Gedächtnisspeicher beeinflusst wurde. Diese Manipulation hatte stets die gegenwärtige Erfahrung als legitim und real dargestellt. Das ist natürlich richtig, denn jede alternative Realität ist eine eigenständige Realität, mit eigener Kontinuität, unabhängig davon, ob man sich an sie erinnert oder nicht, aber wenn der Gedächtnisspeicher, bzw. das Kurzzeitgedächtnis, beeinflusst wird, macht es das sehr schwierig, sich daran zu erinnern, gerade eben noch in einer anderen Realität gewesen zu sein.

Wieso wird der Gedächtnisspeicher, womöglich mit Hilfe des Verstandes, sprich der Rationalität, dermaßen beeinflusst, dass man sich nur schwer des Zustandes, in dem man sich befindet, bewusst werden kann? Diese Frage beschäftigte uns maßlos, denn wie konnte es dazu kommen, dass dieser Mechanismus in den Köpfen aller Menschen entstanden ist und wirkt? Es gibt nur wenige Ausnahmefälle, in denen Menschen immer wissen, dass sie träumen, doch in fast allen anderen Fällen trifft dies einfach nicht zu. Die Beeinflussung der Erinnerungen ist also eine Maßnahme, um Unstimmigkeiten in der gegenwärtig erfahrenen Realität zu rechtfertigen und hinwegzuerklären.
Auch stellten wir fest, dass sich während unserer Forschungen die Atmosphäre der Träume veränderte und auf emotionaler Ebene etwas gruselig und unheimlich erschien, aber wir wussten, dass dies noch lange nicht bedeutete, dass sie uns gefährlich werden könnte. Außerdem kann davon ausgegangen werden, dass es irgendein bestimmter Mechanismus ist, solche Gefühle zu empfinden, den wir aber zu dieser Zeit noch nicht genau definieren konnten. Vielleicht war es Instinkt oder eine unterbewusste Warnung, aber solange wir dafür keine Bestätigung besaßen, machten wir, trotz der immer wieder mal auftauchenden Ängste, weiter.

In meinem Fall war es ganz ähnlich. Auch hier erfuhr ich in meinen Träumen eine Beeinflussung meines Gedächtnisses. Ich benannte diesen Vorgang als „Erinnerungs-Update“, d. h. wenn man von einer Realität in die nächste wechselt, wird das Gedächtnis, bzw. die Erinnerung aktualisiert (engl.: update) und die Unstimmigkeiten verschwinden.

Nun legte ich mich ins Bett und Vivian wollte mich intuitiv wecken. Ich konzentrierte mich nicht, sondern beobachtete nur, was in mir geschah. Der Atem, die Gliedmaßen, die Schwärze mit den vielen Pünktchen vor den Augen…

„Jonathan! Aufwachen!“

Ich schreckte auf. Ich musste tatsächlich eingenickt sein und das schneller als erwartet.

„Was hast du geträumt?“, bohrte sie gleich weiter.

„Uh, ich war in der Vergangenheit oder so… hier in meinem Apartment. Ich hatte mir grad die Jacke angezogen und bin aus der Tür raus. Meine Toilette musste ja repariert werden und es wurden neue Rohre verlegt. Der Vermieter hatte mir mitgeteilt, ich solle die nächste Woche zusehen, wo ich Duschen und zur Toilette gehen könne. Ich hatte jedoch unter mir eine sehr kommunikative Wohngemeinschaft wohnen, die ständig ihre Tür offen hatte. Sie hatten mir angeboten, dass ich ihr Bad benutzen konnte. Ich ging also dann die Treppen hinunter, um dort zu duschen. Als ich eintrat, sah ich rechts ihr Wohnzimmer, in dem zwei Frauen saßen und diskutierten. Ich grüßte kurz und ging ins Bad. Dann hast du mich geweckt.“

Auf den ersten Blick ein gewöhnlicher Traum, wie wir feststellen konnten, aber bei näherer Betrachtung bestand die Traumsequenz an sich nur aus dem Gang vom Treppenhaus bis ins Bad dieser Wohngemeinschaft. Alles andere waren Informationen, die mir in Form eines schnellen Erinnerungs-Updates eingefallen waren und meine Taten innerhalb dieses Traumes rechtfertigten. Noch deutlicher wurde es in der nächsten Sequenz:

Nachdem Vivian mich geweckt hatte, schilderte ich ihr meinen nächsten Traum. Wieder befand ich mich im Treppenhaus und wollte gerade hinunter ins Badezimmer der Wohngemeinschaft, als mir einfiel, dass dies doch jetzt überhaupt nicht mehr nötig sei, denn mein eigenes Bad war doch mittlerweile repariert worden! Also kehrte ich um und ging in mein Badezimmer. Es war nun weit und breit nichts mehr von der Reparatur eines Badezimmers zu sehen. Doch bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, hörte ich, wie die Wohngemeinschaft unter mir Musik auflegte. Es war eine Band, deren Musik ich sehr mochte, aber der Song an sich war mir völlig unbekannt und ich wunderte mich, wieso ich ihn noch nie gehört hatte. Plötzlich drangen Informationen in mein Gedächtnis, die mir dieses Lied wieder bekannt vorkommen ließen, mehr noch, mir fiel sogar eine bekannte TV-Show ein, in der die Musikgruppe mit diesem Lied aufgetreten war! Nun war ich wieder beruhigt und konnte meinen (dortigen) Alltag wieder aufnehmen und die Verwunderung verschwand augenblicklich.

Die Erinnerungsfähigkeit entpuppte sich auch hier plötzlich als automatisches Erinnerungs-Update meiner eigenen Erinnerung, eine Art Aktualisierungsvorgang zur Untermauerung der wahrgenommenen Realität. Dies ließ mir keine Ruhe und ich konzentrierte mich weiterhin auf die Erforschung dieses Update-Verfahrens.

Vivian und ich hatten also erkannt, dass in der sich wiederholenden Traumsequenz, z. B. mit dem Rucksack, eine weitere, zweite Realität existierte, in der Vivian einen Rucksack mitgenommen hatte, den sie in unserer Realität nicht mit sich trug. Das erklärte nämlich auch die sich plötzlich einstellende Rechtfertigung, sie habe ihn mitgenommen, obwohl dem ja gar nicht so gewesen war. Wäre dieses Erinnerungs-Update nicht erfolgt, hätte sie geschlussfolgert, dass sie sich in einem Traum befindet! Die Klarheit, oder wenn man so will Luzidität, hätte sich eingestellt und ihr Aufschluss und Klarheit über den gegenwärtigen Zustand gegeben. Welche Instanz für das Aussenden bzw. Erzeugen solcher Updates zuständig sein mag, aber aus welchem Grund mag es wichtig sein, dieses Update immer und immer wieder automatisch durchführen zu lassen?

Es kann nur einen Grund geben, nämlich die alternativen Realitäten fein säuberlich voneinander getrennt zu halten.
Traum-Wachen dieser Art deuteten schon stärker darauf hin, dass diese anderen Selbste in ihren alternativen Realitäten keine Fiktion waren, sondern Selbste, die in ihrer eigenen Welt mit eigenen Freunden und individuellem Heim lebten und Erfahrungen sammelten. Manchmal lebten wir in einer anderen Wohnung oder standen in einer ganz anderen Beziehung zueinander, waren manchmal Freunde, ein Liebespaar oder auch Feinde.

Nach all diesen Beispielen und Kommentaren fragt man sich nun bestimmt, was denn eigentlich der Sinn der Träume ist. Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir auf jeden Fall herausfinden können, dass das Traumland mit Millionen an alternativen Realitäten angefüllt ist und wenn man in den Genuss vieler luzider Träume gekommen ist, in denen die wahrgenommene Traumrealität ebenso deutlich und klar ist wie der Alltag, kommt einem die Erkenntnis: Jeder Traum und auch die Alltagsrealität sind nicht die wirkliche Gegenwart, sondern Träume!

Dies würde bedeuten, dass unsere Alltagsrealität im Vergleich zu den Traumrealitäten (alternative Realitäten) eine Art Zuhause darstellt oder einen Hafen, in den man immer wieder zurückkehren kann. So gewannen wir den gleichen Eindruck, dass unsere Alltagsrealität nur ein gedehnter, vielleicht sogar verlangsamter Traum ist. Die frucht- und zugleich furchtbare Erkenntnis, die uns jedoch wie ein Faustschlag traf, war die einzig logische Konsequenz im Hinblick auf das Erinnerungs-Update: Wenn unsere Alltagsrealität ebenso eine alternative Realität unter vielen ist, sprich ein Traum ist, dann haben wir diese Realität irgendwann einmal betreten und ebenso ein Erinnerungs-Update erfahren!

Dieses Update findet an jedem Morgen statt, sobald wir in unserer Alltagsrealität erwachen. Kaum sind die Augen geöffnet, fallen uns auch schon die ersten Erinnerungen ein, die unser Gedächtnis fluten: Wir müssen zur Arbeit oder es ist ein Ausflug geplant oder das Frühstück ist angerichtet… Es gibt viele Möglichkeiten, aber es wird das Update sein, das sein Ende fand, als wir in der Nacht zuvor eingeschlafen waren und dort weitergeführt werden, als wir am Morgen erwachten.

Für mich zeigt sich hier die klare Erkenntnis, dass jede Realität, jeder Traum und auch unsere Alltagsrealität ununterbrochen mit solchen Gedächnismanipulationen angereichert sind. Normalerweise werden diese Erinnerungen genannt, offensichtlich auch in alternativen Realitäten. Sobald man eine beliebige Realität betritt, wird das Gedächtnis mit Erinnerungen angefüllt, die auch zu der jeweiligen Traumrealität passen. Dieser Vorgang verhindert eine Bewusstwerdung seiner gegenwärtigen Situation und Realitätenwechsel.

Das gleiche Problem ist auch einem so genannten luziden Träumer bekannt, der sich zum Ziel gesetzt hat, sich seiner selbst innerhalb eines Traumes bewusst zu werden, dass er träumt. Das Update verhindert die Luzidität, denn es rechtfertigt die Realität des erlebten Traumes und lässt diesen als solchen nicht erkennen.

(Auszug aus dem Buch „Träume, Traumanalysen und alternative Realitäten“ von Jonathan Dilas)

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16 Antworten für “Deine Erinnerungen sind eingespeist…”

  1. Albert sagt:

    Jonathan, da kommt schon etwas Licht in die Traumwelt.
    Traumforschung ist an sich schon mühsame Arbeit.
    Beim luziden Träumen bleibt die Erinnerung an die Realität des eben Schlafenden trotzdem erhalten? Sonst wie ist man sich bewusst dass man träumt? Wo bleibt dann die Anpassung an die Traum-Realität? Oder ist es nur eine geduldete Übergangs-Phase? Wie lange könnte man im luziden Traum verweilen? Scheinbar nicht zu lange… LG

  2. Karsten sagt:

    Ein sehr interesssanter Artikel, muss ich sagen.
    Ich arbeite immer noch daran im Traum zu erkennen, das ich träume. Das ist ziemlich schwierig.
    Allerdings ist es bei mir aus irgendwelchen Gründen nicht so, das ich manche Träume gleich wieder vergesse. Manchmal behalte ich Träume sogar noch bis zum Abend. Bzw die wenigen Luziden weiß ich jetzt noch, nach Tagen/Wochen.
    Letzte Nacht war ich zum Beispiel an einem Strand. Es herrschte ein starker Sturm und ein starker Seegang. Die Wellen hatten sich bis in die Dünen hineingefressen. Dann schaute ich hinter die Dünen, und da war aber auch schon Wasser zu sehen. Ich war irgendwo, wo gerade Sturmflut herrschte. Dann bemerkte ich auf einmal einen kleinen Hund, den ich versuchte zu retten. Dann war der Film zu Ende.
    Was mir in letzter Zeit einige Male passiert ist, das mitten im Handlungsstrang abgebrochen wird. Man wacht auf und ist richtig ärgerlich.

    Auch ist es bei mir so, das ich im Traum manchmal in Gegenden bin, in denen ich mich in dem Moment auskenne. Oder ich begegne Leuten, die ich im Traum kenne. Sobald ich aber aufwache, frag ich mich: Wen habe ich da eigentlich getroffen… Denn ich kann mich dann weder an den Namen noch an das Gesicht erinnern.

  3. apfelsine apfelsine sagt:

    Ich kann mich erinnern, als sehr kleines Kind – mit 2 bis 3 Jahren, war für mich nicht immer klar, in welcher Realität ich mich bewege. Das war manchmal etwas verwirrend, aufgrund der teilweise seltsamen Handlungen. Oder zu hören wie jemand etwas sagt, und plötzlich scheint es eine merkbare Verschiebung der Realität zu geben und die Person behauptet nichts gesagt zu haben und es wird Teil der erlebten Realität.
    Mein Eindruck dazu: Wenn es dieses Update nicht gibt, dann fehlen irgendwie die Grenzen zu konstantem Erleben.
    Seth hat irgendwo auch die ein oder andere Erklärung dazu geliefert. Ich glaube es war irgendwo in den frühen Sitzungen Band 2.

  4. Jonathan Jonathan sagt:

    Hallo Apfelsine,
    danke für Deinen Kommentar.
    Korrekt, genau diese Wahrnehmungen und exakt in dieser Form besitze ich auch, selbst heute noch. Der Fokus driftet dann kurzzeitig in alternative Momente ab.
    Liebe Grüße, Jonathan

  5. Jonathan Jonathan sagt:

    Hallo Karsten,
    danke für Deinen Kommentar.
    Gesichter sind interessanterweise eher schwer zu merken. Die Gesichtserkennung und das kritische Denken ist im Traum gemindert.
    Diese Abbruchträume kenne ich auch zu gut, oft, wenn es spannend wird, wacht man auf. ;-)
    Liebe Grüße, Jonathan

  6. Jonathan Jonathan sagt:

    Hallo Albert,
    danke für Deinen Kommentar.
    Meistens bleibt die Erinnerung an einen luziden Traum sehr deutlich, es sei denn, man schläft danach nochmals ein. In dem Fall kann es passieren, dass man seinen luziden Traum wieder vergisst. Verbleiben kann man innerhalb eines luziden Traumes manchmal für Stunden. Mein längster war 1,5 Stunden. Das war sehr extrem, auch wenn es kein außergewöhnlicher Traum gewesen ist.
    Ich denke, dass die Anpassung an die Traumrealität durch das Update stattfindet. Wir vertrauen unseren Erinnerungen blind, da wir glauben, der zu sein, der wir im Alltag – oder im Traum – nun mal sind.
    Liebe Grüße, Jonathan

  7. Christine sagt:

    Hallo Jonathan,
    könnte es sein dass Alzheimer Patienten keine up-dates mehr bekommen und häufiger die Realitäten wechseln, auch in solche, die weiter weg von ihrer Ursprungsrealität sind, weshalb sie dann das Vertraute nicht mehr erkennen und vorübergehend fremde Personen, Orte etc. als vertraut empfinden?
    Liebe Grüsse,
    Christine

  8. Niemand sagt:

    Kommt dieser Text keinem bekannt vor? :)

  9. frank pe sagt:

    Interessanter Artikel Jonathan, danke :)
    Bei apfelsines Kommentar kommt mir die Erinnerung (immer diese Erinnerungen :) ) an eine Aussage von Seth, die wie folgt lautet:

    Ereignisse sind für kleine Kinder wie Knete, die man formen kann; sie haben noch nicht gelernt, in Kategorien unserer starren Ordnung zu denken und diese anzuwenden…
    Diese Ordnung wird erst erworben. Die unkoordinierten Sinne des Kindes mögen beispielsweise Worte wahrnehmen, die morgen gesprochen werden, während sie heute die Person sehen, die sie sprechen wird.
    Die Einstellung der Sinne auf Raum und Zeit ist deshalb weitgehend eine erworbene Kunst. Vor diesem Anpassungsvorgang erfreuen sich die Kinder, vor allem im Traumzustand, einer umfassenden Sicht allen Geschehens, die in ihrer Ausrichtung allmählich schärfer und enger wird.

    Liebe Grüße, Frank

  10. Torben sagt:

    Das ist doch aus Jonathans Buch Träume, Traumanalysen und alternative Realitäten:-).

  11. Alfred sagt:

    Hallo Jonathan,
    sehr interesanter Auszug aus Deinem Buch.

    Super interesant finde ich auch den Kommentar und die Überlegung von Christine bezüglich der an Alzheimer erkrankten Menschen. Extrem spannend muss ich sagen. Mit diesem Gedanken werde ich mich mal in ruhigen Minuten näher beschäftigen.
    Liebe Grüße,
    Alfred

  12. Joshua sagt:

    Als langjähriger (20 +) Klarträumer kann ich die Phänomene so wie sie beschrieben wurden bestätigen. Interessant ist auch die andere Herangehensweise. Ich teile nicht unbedingt die Schlußfolgerungen, aber halte den Standpunkt des Autors für trotzdem vertret – und nachvollziehbar.

    Der Autor bezeichnet die Vorgänge als update. Ich habe es für mich bisher stets als ein reines Löschen verstanden. Lange Zeit habe ich mich daher speziell mit den Übergangsphasen beschäftigt. Also rein in den Traum und wieder zurück ins Wachleben. Dabei bin ich fast schon wütend geworden. Gegen den Moment des von mir als Löschen erlebten Augenblick ist man trotz äußerster Klarheit absolut hilflos.

    Manchmal gelingt es dem Moment des Löschens beizuwohnen. Aber man kann einfach nichts machen. Es geschieht und ist, als ob jemand einen Schalter umlegen würde.

    Die Update Sichtweise hat mich sehr inspiriert und passt sich hervorragend in mein Bild einer rein virtuellen Realität ein, sie schliesst auch eine wichtige Lücke in meinen Betrachtungen.

    Mein Weltbild ist übrigens eine Entwicklung, die erst durch das Klarträumen (luzides Träumen) bei mir ausgelöst wurde.

    Danke für diesen tollen Beitrag.

    Joshua

  13. Lidi sagt:

    Finde den Artikel sehr interessant.
    Ich träume schon seit ich denken kann sehr lebhaft, voller Farben und Sprachen. Auch wenn ich diese nicht verstehe! Auch kann ich aufwachen, aufstehen dazwischen noch Sachen erledigen (Toilette, Brotte machen etc.) wieder ins Bett gehen und den Traum weiter träumen. Oder ich wache auf, träume dazwischen etwas anderes, es gefällt mir nicht, dann träume (es funktioniert wie umschalten beim Fernsehsender) ich meinen schönen Traum weiter oder einfach nächste Nacht weiter. Manchmal merke ich aber, dass ich mich an alles auch aus diesem Leben erinnere, was immer eine Art Kampf zwischen mir im Traum und meinem Bewusstsein im hier auslöst.
    Frage:
    Bedeutet es, dass ich luzide Träume habe, ohne es zu wissen, dass es so was gibt? Ich bezeichne meine Träume immer als eine Art persönlicher Fernseher. Und habe es als „Spiel“ angesehen. Heißt das ich dabei vielleicht Realität verändert oder gewechselt habe und das unwissentlich? Vielleicht sogar etwas getan, was ich nicht tun dürfte?
    Danke für die Antwort!

  14. Jonathan Jonathan sagt:

    Hallo Lidi,
    danke für Deinen Kommentar.
    Es kommt gelegentlich vor, dass man luzide träumt und in der Nacht aufwacht und erstaunt darüber nachdenkt. Dann schläft man weiter und vergisst das Erlebnis. Ansonsten prägen sich luzide Träume eigentlich immer gut im Gedächtnis ein, gerade die hochgradigen (High-Level-Klarträume).
    Man kann seine Träume durchaus als internen und absolut zuverlässigen Fernseher und Nachrichtenprogramm nutzen. Träume sind für uns oftmals nur deshalb unlogisch oder unverständlich, weil wir entweder die Symbolik nicht verstehen oder eben derart falsch von den Großmedien und der Schule informiert wurden, dass man glaubt, es gäbe unlogische Elemente. Die Träume kann man eben nicht mit falschem Wissen beeinflussen.
    Auf jeden Fall hast Du nichts getan, was Du nicht tun solltest. Eher im Gegenteil. :-)
    Liebe Grüße, Jonathan

  15. Toni sagt:

    Interessante Ausführungen über das Thema hier. Kann ich auch alles schön nachvollziehen. Sollte es wirklich so sein, dass wir quasi „reale“ alternative Realitäten besuchen in unseren Träumen, dann muss es schon recht schräge Parallelwelten geben! Heute Nacht war ich gerade wieder in so einer. Zum Teil gibt es wirklich „passende“ Traumumgebungen, die der wachen Realität sehr genau gleichen, nur das wie schon beschrieben, die Verhältnisse anders sind. Quasi wie in der TV-Serie „Sliders“ aus den 90er. Aber zum Teil erlebe ich Welten, da frage ich mich dann am Morgen, wie komme ich nur auf so abgedrehtes Zeug?! Da gibt es Dinge und Vorkommnisse, dass kann sich kein Mensch ausdenken und war auch so ganz bestimmt noch nie im TV oder Film zu sehen. Wo kommt sowas her? frage ich mich dann verwundert nach dem Aufwachen. Ich bin mir bei meinen Träumen zu 99% immer bewusst dass ich träume, sonst hätte ich ja voll die Panik bei den Action-/Horrorfilmen die bei mir so ablaufen ;-). Natürlich gibt es auch die angenehmeren Träume, die ich dann auch ganz bewusst genießen kann. Zum Teil waren die Träume so real und überzeugend, dass ich am Morgen aufwachte und auf meinem Handy kontrollieren wollte, ob ich die Nummern der getroffenen Personen auch wirklich hatte. Sobald ich dann aber auf den Beinen stand war klar, dass dies „nur“ ein Traum war und ich die netten Bekanntschaften leider nicht mit dem Handy anrufen konnte. Übrigens träumte ich als kleines Kind, Monate wenn nicht über Jahre von dem gleichen Ort. Ich hatte da auch einen Kumpel dessen Namen ich auch wusste, aber nichts über sein Aussehen. Im Nachhinein ist diese Kontinuität schon sehr erstaunlich. Als ob man jeden Abend in seine Stammkneipe gehen würde…Heutzutage habe ich manchmal das Gefühl, ich sei Millionen von Lichtjahren entfernt gewesen. Habe dann auch richtig Mühe wieder zurückzukehren. (Es ist ja auch viel cooler und aufregender dort als in der unseren Realität) Aus diesem Grund schlafe ich zur Zeit leider viel zu viel…aber was solls, ist ja Winterzeit=Schlafenszeit.

  16. Jonathan Jonathan sagt:

    Hallo Toni,
    danke für Deinen Kommentar.
    Dann besitzt Du ja eine deutliche Erinnerungsdichte im Traum.
    Viele der abgedrehten Träume entstehen durch die nicht ausreichenden Fähigkeiten des Träumers. Das Problem ist, dass die meisten Menschen Träume als irreal oder unlogisch betrachten, weil es an ihrem Unvermögen liegt, den Traum so zu erfahren, wie er sich in Wirklichkeit darstellt. Es gibt z.b. Doppel- oder Dreifachträume, die aufgrund gleichzeitiger Wahrnehmung wahrgenommene Bilder überlagern lassen. So kann man plötzlich mit seinem Bett auf einer Straßenkreuzung stehen oder duscht sich gerade mitten in der Bibliothekshalle. Tatsächlich jedoch sind es zwei unterschiedliche Träume, die der Träumer überlagert.
    Vielleicht erkennt man an der Stelle, dass die Unlogik eines Traumes von den Künsten des Träumers abhängt und nicht von der Traumrealität. Der ungeübte Träumer nimmt die Traumwelt wie ein Betrunkener wahr, da er nicht trainiert genug ist. :-)
    Liebe Grüße, Jonathan

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