Traumnacht: Der Graf Saint Germaine
Donnerstag, Dezember 13th, 2012
Ich konzentrierte mich und nachdem ich in der heutigen Nacht über 45 Minuten lang versucht hatte, zu dissoziieren, gelang es mir dann endlich mal, direkt in einen luziden Traum zu springen. Die Szene wechselte so abrupt, dass ich fast das Bewusstsein darüber verloren hätte, dass ich mich ja nun in einem Traum befand. Ich schaute mich um und ich sah, dass ich in einem unbekannten Flur gelandet war. Der Boden fiel mir eigentlich zuerst auf, denn dieser hatte einen braunen Teppich. Hübsch fand ich ihn nicht und er biss sich sehr mit den grün gestrichenen Wänden. Eine hellbraune Holzleiste schloss die Wandbemalung ab und es ging in braune senkrechte Holzlatten über, die dann bis zum Boden reichten. Es war eigentlich eine sehr kreativ gestaltete Diele, aber wem die Wohnung gehörte, das konnte ich nicht sagen. Dazu blieb mir auch nicht die Zeit, denn der Traum brach genau so plötzlich in sich zusammen, wie er sich aufgebaut hatte. Ich lag dann wieder in meinem Bett und dissoziierte für einen weiteren Anlauf neu. Nach einer Minute stand ich erneut in einer fremden Diele, aber diese war ganz anders gestaltet. Rötlicher Teppich, hellbraun gestrichene Wände… Doch auch dieser Traum brach wieder in sich zusammen und Sekunden später baute sich abermals einer auf und wieder und wieder. Dies ging eine Weile so und ich lernte in dieser Zeit mehrere Dielen mit unterschiedlichen Anstrichen, Teppichen, Fliesen usw. kennen.
In einem Interview mit dem Ministerpräsident Dmitri Medwedew. mit mehreren russischen Sendern wie PEN, Rossija-1, REN TV, NTW und anderen, ging es eigentlich um neue Gesetze zum Thema Landesverrat, aber in der Interviewpause des Senders PEN entglitt ihm das Gespräch offensichtlich ein wenig und gab einer Reporterin gegenüber eindeutig zu verstehen, dass jeder Präsident bei Übernahme seines Amtes darüber aufgeklärt wird, dass es bereits Kontakte zu Außerirdischen gegeben hat und diese sogar bereits auf unserem Planeten quietschfidel ein- und ausgehen. Mit diesem nahezu selbstverständlichen Auftakt zum Amtsantritt gäbe es zusätzlich noch insgesamt zwei streng geheime Akten, eine mit Informationen über die extraterrestrischen Besucher und eine über die staatlich subventionierten aber geheimen Stellen, welche die ganze UFO- und Alien-Angelegenheiten regeln. Dummerweise wusste Medwedew nicht, dass die Mikrofone auch in der Pause noch eingeschaltet blieben und so gelangte das inoffizielle Videointerview an die Öffentlichkeit.
Das kleine friedliche Bauerndorf Burgarach, ca. 40 km entfernt von Carcassonne im Süden Frankreichs mit kaum 200 Einwohnern, lebte bisher einsam und zufrieden, doch in der letzten Zeit tauchen immer mehr UFO-Gläubige, Schamanen, Esoteriker, New-Agler und Weltuntergangsgläubige auf, die davon ausgehen, dass der Weltuntergang am 21. Dezember d.J. stattfinden wird oder einfach nur neugierig sind. In der Nähe des Dorfes kann man den Pech de Bugarach entdecken, ein 1231 Meter hoher Berg, von dem gesagt wird, unter ihm befände sich ein riesiges Raumschiff, das am besagten Datum durch den Boden brechen und den Planeten Erde verlassen werde. Jeder, der sich dann in der Nähe dieses Berges befände, würde vom Raumschiffkommandanten kostenfrei mitgenommen. Aus diesem Grund wird vom Berg Bugarach auch von Alien-Garage oder Alien-Taxi gesprochen.
Nachdem ich dissoziiert hatte, wechselte ich in meinen Astralkörper. Die Phasenverschiebung lief ziemlich schnell ab. Ich hörte mehrere leicht verzerrte Töne und dann war die Verlagerung des Bewusstseins gelungen. Wie schon einige Male zuvor, hatte ich wieder Probleme, etwas zu sehen, doch rollte ich mich erst einmal vom Körper ab. Deutlich spürte ich noch das psycholektrische Feld, das von meinem physischen Körper ausging und mich wieder zurückziehen wollte. Ich musste also schnell auf Abstand zu meinem physischen Körper kommen. Als ich an meiner Schlafzimmertür stand, hörte das Ziehen endlich auf und konnte meinen Zustand stabilisieren.
Ich ging immer davon aus, dass Pinguine halt Wintertiere sind und das Polargebiet über alles lieben. Sie jagen in den kalten Gewässern nach Fischen, schlafen und zeugen ihren Nachwuchs auf eisigem Packeis und dergleichen. Als ich dann aber das erste Mal in dem Dokumentationsfilm “Die Reise der Pinguine” sah, wie diese sich mit der Kälte herumschlugen, sich die Kinder auf die Füße ihrer Eltern stellten, damit die Fußsohlen nicht einfroren, sie gegen die bittere Kälte kämpften und sich dicht zusammenstellten, um sich zu wärmen, da wunderte ich mich. Warum suchten sich denn die Pinguine nicht einen wärmeren Ort als diese Kälte und wo wollen die überhaupt hin, dass sie diese verdammt eisigen Strapazen unentwegt auf sich nehmen? Tiere sind zumeist sehr einfach zu verstehen, denn es geht ihnen in der Regel nur um die Grundbedürfnisse, die man im Leben zu befriedigen hat: Hunger, Durst, Fortpflanzung, Aufzucht und Revierpflege. Pinguine sind ja schon irgendwo mit Vögel verwandt und von unserem heimischen Getier weiß man, dass viele von ihnen in warme Regionen fliegen, aber manche auch hierbleiben, um sich die besten Reviere zu sichern. Warum sollten Pinguine nicht auch so denken? Doch seltsamerweise fliegen noch watscheln sie Richtung in wärmerer Gewässer, sondern sie laufen immer weiter zum Pol. Warum schauen die Eltern ihren Pinguinkindern dabei zu, wenn sie frieren und sich kaum auf der kalten Eisdecke halten können, da ihre Füßchen abzufallen drohen? Wissen sie etwa davon, dass ihre Reise zu einem schöneren Ort führt und nehmen deshalb diese Strapazen auf sich?
Nachdem ich weitgehend dissoziiert hatte, gelangte ich auf dem gewohnten Weg in die Wahrscheinlichkeitsfraktale. Die Realitäten sausten vor meinen Augen entlang, bis ich eine Auswahl traf und in sie hineintauchte. Dort angekommen befand ich mich plötzlich in der Luft. Unter mir erkannte ich das klare Blau eines Meeres und nicht allzu weit entfernt eine riesige Stadt auf der Oberfläche, die dort völlig autonom installiert worden war. Diese Stadt wurde künstlich errichtet und in Form eines Quadrats installiert. Der Durchmesser dieser Stadt oder Würfel muss ein paar Kilometer betragen haben. Sie besaß Wände mit einigen Stadttoren und sogar einen Hafen, in dem einige Schiffe zu sehen waren. Eigentlich, so dachte ich mir, sieht diese Stadt wie ein durchgeschnittener, hohler Würfel aus.
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