Suche nach Erleuchtung – Teil 57: Vanessas Horror-Projektion
Dienstag, Juni 18th, 2013
Dieses Mal befand ich mich nicht in den Wahrscheinlichkeitsfraktalen, sondern in einem gewöhnlichen Traum. Ich hielt mich in einer mir unbekannten Wohngegend auf, als plötzlich Vanessa neben mir auftauchte. Wie aus dem Nichts war sie erschienen und sie schaute mich mit entsetztem Blick an:
“Meister, ich habe Unsinn gebaut!”
Sie nannte mich immer Meister, obwohl ich ihr schon oft gesagt hatte, sie solle es unterlassen, da ich mich nicht unbedingt so fühlte, aber dafür war es schon zu spät, das einem achtjährigen Kind noch abzugewöhnen. Sie war auf diese Anrede gekommen, weil der alte Mann auf telepathischem Wege das Wort Padawan (Synonym für Schüler) in meinen Gedanken gelesen und mir daraufhin Vanessa als Schülerin anvertraut hatte.
“…Ich hab wirklich richtig Unsinn gebaut! Ich werde verfolgt und es ist grauenvoll!”, erklärte Vanessa.
In den Wahrscheinlichkeitsfraktalen angekommen, bekam ich Lust, mich in Vanessas Gegenwart zu begeben. Sie ist ein achtjähriges Mädchen und gehört zu meinen Padawanen (Schülern). Der alte Mann hatte sie mir vor langer Zeit anvertraut, um sie im Umgang mit ihren parapsychologischen Fähigkeiten zu zügeln und zu trainieren. Als ich sie auffand, saß sie gerade in einem Klassenzimmer. Ich setzte mich einfach unauffällig auf einen der Stühle und hörte zu.
Suche nach Erleuchtung bzw. Erkenntnis ist eine Reihe von kontinuierlichen Erfahrungen mithilfe der Bewusstseinsprojektion in die Sphäre der alternativen Realitäten, die wie ein gigantisches Labyrinth angeordnet ist. Dort wird immer wieder mit mir über eine ganz bestimmte sehr umfassende Erleuchtung gesprochen, die nur wenige Menschen jemals erreicht haben…
Nachdem ich weitgehend dissoziiert hatte, gelangte ich auf dem gewohnten Weg in die Wahrscheinlichkeitsfraktale. Die Realitäten sausten vor meinen Augen entlang, bis ich eine Auswahl traf und in sie hineintauchte. Dort angekommen befand ich mich plötzlich in der Luft. Unter mir erkannte ich das klare Blau eines Meeres und nicht allzu weit entfernt eine riesige Stadt auf der Oberfläche, die dort völlig autonom installiert worden war. Diese Stadt wurde künstlich errichtet und in Form eines Quadrats installiert. Der Durchmesser dieser Stadt oder Würfel muss ein paar Kilometer betragen haben. Sie besaß Wände mit einigen Stadttoren und sogar einen Hafen, in dem einige Schiffe zu sehen waren. Eigentlich, so dachte ich mir, sieht diese Stadt wie ein durchgeschnittener, hohler Würfel aus.
Auf meinen vielen Reisen in die Wahrscheinlichkeitsfraktale, eine Ebene, auf der man all die alternativen Parallelwelten sehen, wählen und besuchen kann, bin ich immer wieder auf den alten Mann getroffen, dessen Name mir noch heute unbekannt ist. Doch sein Name ist nicht wirklich wichtig, viel ausschlaggebender ist seine Funktion als Mentor, wie er mir Wissen vermittelt und erklärt, die mit der Spiritualität, der Entwicklung vieler Menschen und der meinigen zu tun haben. Ich hatte den alten Mann schon weit vor der Entdeckung der Wahrscheinlichkeitsfraktale getroffen und zwar in meinen Träumen. Er tauchte in bestimmten Rollen auf, z.B. als Indianer, als Anführer einer Art Familie oder Gang, sogar schon als Vaterfigur oder gelegentlich in Begleitung seines jüngeren Schülers, der mich stets an einen alten Jugendfreund erinnerte. Mein Bestreben, ihn aufzusuchen, war, dass er mir bei meinen ersten Begegnungen mit ihm mitteilte, dass die große Erkenntnis sehr leicht und mit einem Fingerschnippen zu erreichen wäre. Damit hatte er mich natürlich geködert und seitdem bin ich auf der Suche nach der Erkenntnis, von der er gesprochen hatte und empfand es überhaupt nicht so, dass sie so einfach zu erreichen wäre. Nun sind ein paar Jahre vergangen und zwischenzeitlich war ich immer wieder einmal bei ihm oder in den Wahrscheinlichkeitsfraktalen gewesen, um endlich zu dieser Erkenntnis zu gelangen. So manches Mal besaß ich das Gefühl, sie war mir ganz nahe, doch dann verschwand sie wieder… Dann hatte ich auch schon das Gefühl, es wären zwei Erkenntnisse, die miteinander verbunden sind und dass ich sie in Reihenfolge machen müsse. So lief ich wie die Katze um den heißen Brei herum und wunderte mich, warum es nicht zu der Erkenntnis oder Erleuchtung kommen würde – da sie ja sooo einfach zu erreichen sein sollte!









